Lausanne 29. Aug 2025

Unterwanderte Polizei

Nach den Enthüllungen über Rassismus, Sexismus und Antisemitismus in der Lausanner Polizei hat sich Sicherheits- und Jugenddirektor Vassilis Venizelos (Foto) erstmals öffentlich geäussert. Die Vorfälle seien eine «schockierende Verkettung von Ereignissen», die das Vertrauen in die Polizei untergraben hätten. Um Ruhe wiederherzustellen, setzt Venizelos unter anderem auf Bodycams. Im Westschweizer Fernsehen RTS sagte er, es fühle sich derzeit «nicht gut an, Polizist im Kanton Waadt zu sein». Zwar liefen Reformen bereits, doch müsse die Regierung stärker handeln, um das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Polizei zu sichern. Eine Gesetzesvorlage soll bald die generelle Einführung von Bodycams ermöglichen. Tests hätten gezeigt, dass Kameras oft deeskalierend wirkten. Mit Blick auf die Unruhen vom Wochenende in Lausanne nannte Venizelos das Verhalten der Jugendlichen «inakzeptabel», wies aber Vergleiche mit französischen Vorstädten zurück. Politik und Gesellschaft müssten dennoch hinterfragen, warum junge Leute der Polizei misstrauten. Zur internen Affäre erklärte der Staatsrat: «Eine Minderheit beschmutzt die Uniform. Die Personen hinter den rassistischen, sexistischen und antisemitischen Nachrichten haben bei der Polizei nichts zu suchen.» Viele Beamte hätten ihm ihre Wut und ihren Ekel über die Enthüllungen mitgeteilt. Die grosse Mehrheit leiste eine gute Arbeit.

Redaktion