Jüdische Geschichte und aktuelle Formen des Antisemitismus sind Thema des neuesten StattLand-Rundgangs durch Bern unter dem Titel «Zwischen Antisemitismus und Toleranz: Jüdisches Leben in Bern von gestern bis heute». Erarbeitet wurde der Rundgang in Zusammenarbeit mit der Allianz gegen Antisemitismus und den Pädagogischen Hochschulen Bern und St. Gallen. Bei der Premiere am Donnerstag, den 26. März, im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus in Bern, kehrte der Winter zurück. Trotz Schnee und Kälteeinbruch nahmen an den beiden Rundgängen rund 80 Personen teil. Stadtführer Daniel Hornung führte eine Gruppe zum Bundeshaus Ost, jenem Ort, an dem im Mittelalter der jüdische Friedhof lag und die heutige Kochergasse einst «Judengasse» hiess. Weitere Stationen und Themen waren u. a. der Kindlifresserbrunnen von 1546 und seine antisemitische Interpretation, die Rolle der Universität Bern für jüdische Studierende im 19. Jahrhundert, der Berner Prozess gegen die «Protokolle der Weisen von Zion» 1933-1937 und die Flucht des belgischen Paares Simon und Céline Zagiel nach Bern 1942, die in Auschwitz endete. Als Kernaussage zitiert die Allianz den langjährigen Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds Georges Brunschvig: «Wer die Verbreitung von Hass und Lügen zulässt, ist ein Totengräber der Demokratie.» Aktuelle Beispiele von antisemitischen und antizionistischen Hassparolen und Gewaltaufrufen sind ebenfalls Teil des Rundgangs.
Bern
01. Apr 2026
Neuer Stadtrundgang im Schnee
Hannah Einhaus