Ein «Kissen für die Brit Mila» steht im Judentum für Freude, neues Leben und Weitergabe. Mit der gleichnamigen Initiative wird dieses Symbol nun bewusst mit Erinnerung und Verantwortung verbunden. Das Kissen ist dem Andenken an Uriel Aviad Silverman gewidmet und soll künftig bei Beschneidungsfeiern ausgeliehen werden. Uriel Aviad Silverman wuchs in einer religiösen zionistischen Familie auf und lebte im Moschav Nechalim bei Petah Tikva. Er galt als lebensfroher junger Mann, der offen auf Menschen zuging und in seinem Umfeld sehr geschätzt war. Kochen gehörte zu seinen Leidenschaften; auch während des Militärdienstes war er dafür bekannt, Verantwortung zu übernehmen und für andere mitzudenken. Uriel meldete sich freiwillig zum Armeedienst und setzte alles daran, in eine Kampfeinheit aufgenommen zu werden. Er fiel im Alter von 23 Jahren im Gaza-Krieg (tachles berichtete). Eine besondere Verbindung zur Schweiz besteht über seine Mutter Aviva Silverman. Sie stammt aus Zürich, war in ihrer Jugend unter anderem im Jugendbund Bne Akiwa aktiv und wanderte aus zionistischer Überzeugung nach Israel aus. In der Schweiz wie auch in Israel war die Anteilnahme am Schicksal der Familie gross. Das Erinnerungsprojekt stellt jedoch nicht den Tod ins Zentrum. Im Begleittext wird betont, dass das Kissen dort präsent sein soll, wo neues Leben beginnt. Eltern, die es für die Beschneidung ihres Sohnes verwenden, werden Teil einer stillen Erinnerungskette, «als Beweis der Ewigkeit des jüdischen Volkes». Ausgeliehen werden kann das Kissen über eine Kontaktperson in der Schweiz. Die Initiative verbindet persönliches Gedenken mit einem nach vorne gerichteten Zeichen jüdischer Kontinuität.
Uriel Aviad Silverman
23. Jan 2026
Kontinuität
Emily Langloh