Brunnen 16. Okt 2020

Keine nervigen Männer

Die Mädchenschule ist nicht nur ein Konzept, das in der jüdischen Orthodoxie umgesetzt wird. Das Theresianum Ingenbohl in Brunnen ist eine Schule mit langer Tradition: Seit 1860 werden hier junge Frauen ausgebildet. Die Schule ist eine der letzten Mädchenschulen der Schweiz. Nun soll das Theresianum Ingenbohl aber mit der Kantonsschule Kollegium Schwyz zusammengelegt werden. Ob die Mädchen dann noch getrennt unterrichtet werden, ist derzeit noch ungewiss. In vielen Ohren mag das Konzept des getrennten Unterrichts ohnehin gestrig klingen. Andere seien froh, sich nicht stylen zu müssen, weil sie nicht nach Äusserlichkeiten bewertet würden. Die Schülerinnen aber sind überzeugt von ihrer selbstgewählten Unterrichtsform, erzählt die Rektorin Christine Hänggi. «Viele Schülerinnen sagen, dass sie sich hier besser konzentrieren könnten, weil die Männer sie nicht nerven würden.» Auf der Liste der Schulabgängerinnen des Theresianum Ingenbohl stehen bekannte Persönlichkeiten. Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey besuchte die Schule. Auch Carla del Ponte, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes, war dort wie auch die Schriftstellerin Eveline Hasler. 

Nicole Dreyfus