Davos, Saastal 29. Aug 2025

Jüdischen Tourismus regeln

Nach Tischa Beaw verbrachten auch in diesem Sommer zahlreiche jüdische Familien aus aller Welt ihre Ferien in Davos und im Walliser Saastal. Damit Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung reibungslos verliefen, waren erneut junge Vermittlerinnen und Vermittler von Likrat Public im Einsatz – ein Projekt des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, das Dialog, Aufklärung und Prävention fördert. Bereits zum siebten Mal sorgten sogenannte Likratinas und Likratinos in den Ferienorten für gegenseitiges Verständnis. In Davos standen wöchentlich zehn von ihnen im Einsatz. Sie suchten den Kontakt zu jüdischen Gästen, Tourismusbetrieben und Einheimischen. Am Davosersee berichtete ein Restaurantbetreiber von positiven Erfahrungen mit den Feriengästen, im Kletterpark hatten die Verantwortlichen sogar ein hebräisches Poster aufgehängt, um die wichtigsten Regeln verständlich zu machen. Kinder kletterten dort in Röcken und Zizit von Baum zu Baum, ohne dass dies für Irritationen sorgte. Auch im Saastal zeigte sich ein entspanntes Bild. Viele Familien aus England und Belgien genossen die Ruhe und die Natur. «Alles in allem ist es in der Schweiz viel entspannter», sagte ein Feriengast. Die Arbeit der Likrat-Teams ging über kleine Hilfestellungen hinaus, etwa wenn Reisende ohne Smartphone am Bahnhof Unterstützung benötigten. Am zentralen Hub neben der Touristeninformation in Davos kamen zudem viele Besucherinnen und Besucher ins Gespräch, die mehr über jüdische Traditionen erfahren wollten. Nach der Saison wurden die Rückmeldungen gesammelt und fliessen nun in die weitere Entwicklung des Projekts ein.
www.likrat.ch

Emily Langloh