USA – Israel 19. Jun 2022

Zweifel an «Palästina-Schulung» bei Ben&Jerry´s

Ein Mann kauft ein Ben & Jerry’s Eis in Jerusalem. 

Kritik an einer Exklusiv-Geschichte des «Jewish Insider».

Vor wenigen Tagen hat auch topnews über eine Exklusiv-Meldung des «Jewish Insider» (JI) berichtet. Demnach seien neue Mitarbeiter bei dem Eiskrem-Hersteller «Ben&Jerry´s» seit letztem Sommer zur Teilnahme an einer Schulung über den Palästina-Konflikt verpflichtet. Diese soll angeblich aus vier Videos bestehen, wobei Omar Shakir von «Human Rights Watch» seine Perspektiven auf die langfristigen Ziele der Besatzungspolitik Israels auf der West Bank gegeben haben soll (Link).

Nun meldet der «Forward» Zweifel an der Geschichte an. Die Redakteurin Nora Berman hat bei «Ben&Jerry´s» und Shakir angefragt und erfahren, dass von einer «Pflicht-Schulung» keine Rede sein könne. Vielmehr habe Shakir im letzten August vor interessierten Mitarbeitern an einer Mittagspause einen einzigen Vortrag über Palästina gegeben. 

Der «JI» nahm auf «Forward»-Anfragen zunächst keine Stellung. Anschliessend erklärte die für den ursprünglichen Beitrag verantwortliche Redakteurin Melissa Weiss, der «JI» bleibe bei seiner Berichterstattung und fügte als Beleg für die Geschichte eine Text-Botschaft eines angeblichen «Ben&Jerry´s»-Mitarbeiters, die eine Liste von Vorträgen einer «Israel and Palestine Speaker Series» zeigt, allerdings ohne weitere Details und mit Terminen im Juli 2020 (Link).
 

Andreas Mink