Der Amerikaner iranisch-jüdischer Herkunft muss in Teheran eine zweijährige Haftstrafe verbüssen.
Trump ist gestern Mittwoch zwar von einem neuerlichen Angriff auf Iran angesichts der brutalen Unterdrückung von Protesten gegen das klerikale Regime abgerückt. Dennoch nehmen laut dem «Forward» Befürchtungen um mindestens vier von der Islamischen Republik inhaftierte Amerikaner zu. Dies gilt insbesondere für Kamran Hekmati aus Great Neck auf Long Island, New York. Der US-Bürger iranisch-jüdischer Herkunft wurde im letzten Juli während einer Geschäftsreise in den Iran zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er ist der einzige US-Häftling im Iran jüdischer Herkunft.
Der 70-jährige Hekmati leidet an aggressivem Blasenkrebs und sitzt im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran ein. Die iranische Justiz hatte Hekmati im vergangenen Juli bei einem Besuch in Teheran verhaftet. Der bizarr anmutende Vorwurf: Hekmati ist vor 13 Jahren aus den USA zur Bar Mizwa seines Sohnes nach Israel gereist. Im Mai 2025 war er für einen kurzen Besuch in sein Geburtsland gereist. Da er weiterhin einen iranischen Pass besitzt, machte ihm die Islamische Republik den Prozess, da er gegen ein Gesetz verstossen hatte, das Iranern die Einreise nach Israel untersagt.
In Great Neck hat eine grosse, iranisch-jüdische Gemeinschaft nach der Flucht aus Iran im Zug der dortigen Revolution gegen den Schah 1979 eine neue Heimat gefunden (Link).
Der Fall erregt auch die Aufmerksamkeit regionaler Politiker. Der demokratische Vertreter von Great Neck im US-Kongress Tom Suozzi hat bereits im letzten Sommer den US-Aussenminister Marco Rubio alarmiert und diesen dringend um rasches Handeln gebeten.
Kenner sehen Hekmatis Inhaftierung als Spiegel für die zunehmend prekäre Lage der jüdischen Gemeinde im Iran angesichts der Unruhen und der bislang tiefsten Krise des Regimes seit dem Krieg mit Irak in den 1980er Jahren. Angeblich wurden seit dem Dezember zwischen 20 und 30 iranische Juden im Iran inhaftiert. Ihnen wird Zusammenarbeit mit dem Mossad oder Israel vorgeworfen (Link).