Der israelische Künstler Yaacov Agam, einer der Begründer der kinetischen Kunst, ist mit dem Israel-Preis 2026 ausgezeichnet worden.
Die Ehrung gilt als höchste kulturelle Auszeichnung des Landes und würdigt sein jahrzehntelanges Schaffen, das die Grenzen traditioneller Bildender Kunst grundlegend erweitert hat.
Agam, 1928 im damaligen Mandatsgebiet Palästina geboren und Sohn eines Rabbiners und Kabbalisten, entwickelte eine Kunstform, die Bewegung, Perspektivwechsel und die aktive Rolle des Betrachters ins Zentrum stellt. Seine Werke verändern sich je nach Blickwinkel und spiegeln damit ein dynamisches Verständnis von Realität.
Bei der Preisverleihung betonte Agam den engen Zusammenhang zwischen Kunst und jüdischem Denken. «Kreativität ist die Grundlage des Judentums», sagte er und verwies auf die Idee, dass sich Wirklichkeit ständig verändert und niemals statisch ist.
International wurde Agam durch grossformatige, farbintensive Installationen und Skulpturen bekannt, darunter die „Fire and Water“-Fontäne auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv sowie Arbeiten in Museen wie dem Guggenheim oder dem Centre Pompidou.
Die Jury hob hervor, dass Agam über sieben Jahrzehnte hinweg neue künstlerische Sprachen entwickelt und die Wahrnehmung von Kunst nachhaltig verändert habe. Seine Arbeiten verbinden visuelle, räumliche und zeitliche Elemente – und fordern das Publikum auf, Realität immer wieder neu zu sehen.