PUTIN-NETANYAHU 12. Jul 2018

Will Moskau Iran aus Nähe der syrisch-israelischen Grenze entfernen?

Binyamin Netanyahu (l.) und der russische Staatschef Putin.

Bemerkungen diplomatischer Kreise.

Russland sei damit beschäftigt, Iran von der syrischen Grenze mit Israel zu entfernen. Das bekräftigten diplomatische Kreise am Mittwochabend gegenüber «Haaretz» nach dem Gespräch zwischen Präsident Vladimir Putin und Premierminister Binyamin Netanyahu in Moskau. Während Russland mit diesen Bemühungen beschäftigt sei, soll Israel dem Vernehmen nach Interventionen vermeiden, welche die Stabilisierungsbemühungen des syrischen Präsidenten Bashar Assad stören könnten, während er dabei sei, seine Kontrolle wieder auf den Süden Syriens auszudehnen. Die genannten Quellen geben zwar zu, dass iranische Kräfte nicht vollständig aus der Grenznähe entfernt worden seien, doch sei Moskau gegenwärtig damit beschäftigt, den Prozess durchzuführen. Die Russen haben ein klares Interesse sowohl an einer Stabilisierung des syrischen Regimes als auch an einer Entfernung der Iraner aus der Nähe der Grenze mit Israel. Dieser Bericht kam nach dem Gespräch zwischen Putin und Netanyahu im Kreml, der am Mittwoch zu einer zweitägigen Visite in Moskau eingetroffen ist. Das Gespräch fand wenige Stunden nach dem Abschuss einer syrischen Drohne durch Israel statt. Die Drohne hatte den israelischen Luftraum im Norden verletzt. Israel werde sich auch weiterhin gegen jeden Infiltrationsversuch zu Land oder in der Luft zur Wehr setzen, bekräftigte Netanyahu gegenüber seinem Gastgeber, dem der israelische Gast auch klar machte, dass Syrien sich an die Waffenstillstandsabkommen aus dem Jahr 1974 zu halten habe. Netanyahu unterstrich ferner, dass Israel der Meinung sei, Iran müsse Syrien verlassen. «Das ist nichts Neues für Sie», sagte er zu Putin. Netanyahu betonte auch die enge Koordination mit den Russen, die etwa beim Abschuss der Drohne zum Ausdruck gekommen sei. Auch bei den Einsätzen gegen Ziele Irans und der Hizbollah in Syrien hätten die russischen Kräfte keinen Widerstand gezeigt. – Das Treffen Putin-Netanyahu war das dritte in den letzten sechs Monaten.

Jacques Ungar