Ein neuer Zwischenfall im Westjordanland rückt die zunehmende Gewalt extremistischer Siedler erneut in den Fokus.
Israels Sicherheitsbehörden untersuchen einen weiteren mutmasslichen Brandanschlag radikaler jüdischer Siedler auf eine Moschee im besetzten Westjordanland (tachles berichtete mehrfach) . Nach palästinensischen Angaben drangen in der Nacht auf Sonntag Siedler in ein Dorf ein, beschädigten eine Moschee und legten Feuer. Zudem seien Hassparolen in hebräischer Sprache an den Wänden angebracht worden. Verletzt wurde nach ersten Berichten niemand.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Angriffe ein. Bereits in den vergangenen Monaten wurden mehrere Moscheen im Westjordanland Ziel mutmasslicher Brandanschläge und Vandalismus durch extremistische Siedler. Israelische Armee und Polizei hatten solche Angriffe wiederholt verurteilt und Ermittlungen angekündigt, Menschenrechtsorganisationen kritisieren jedoch seit Jahren die geringe Zahl erfolgreicher Strafverfolgungen.
Die Gewalt extremistischer Siedler hat seit Beginn des Gaza-Krieges deutlich zugenommen und belastet die ohnehin angespannte Sicherheitslage im Westjordanland zusätzlich. Die israelische Regierung steht sowohl im Inland als auch international unter Druck, konsequenter gegen sogenannte «Price-Tag»-Angriffe und andere Formen nationalistischer Gewalt vorzugehen.