New York 14. Jun 2026

Seinfeld weist «Free Palestine»-Ruf zurück

Jerry Seinfeld und seine Ehefrau Jessica Seinfeld beim vierten Spiel der NBA-Finalserie zwischen den San Antonio Spurs und den New York Knicks im Madison Square Garden in New York, 10. Juni. (Dustin…

Der jüdisch-amerikanische Komiker Jerry Seinfeld hat nach dem vierten Spiel der NBA-Finalserie zwischen den New York Knicks und den San Antonio Spurs mit einer knappen Bemerkung für Aufsehen gesorgt.

Der jüdisch-amerikanische Komiker Jerry Seinfeld hat nach dem vierten Spiel der NBA-Finalserie zwischen den New York Knicks und den San Antonio Spurs mit einer knappen Bemerkung für Aufsehen gesorgt. Als ihn ein Social-Media-Streamer vor dem Madison Square Garden aufforderte, «Free Palestine» zu sagen, antwortete Seinfeld lachend: «It doesn't exist» («Es existiert nicht»). Das kurze Video verbreitete sich innert Stunden millionenfach auf sozialen Medien. 

Der Streamer FinesseFave hatte Seinfeld nach dem historischen Knicks-Sieg abgefangen und ihn aufgefordert, den Slogan zu wiederholen. Die Szene wurde insbesondere von israelkritischen Influencern weiterverbreitet und löste heftige Reaktionen aus. Während Unterstützer Seinfelds Antwort als pointierte Reaktion auf eine politische Provokation werteten, warfen Kritiker dem Komiker vor, die palästinensische Identität und Geschichte zu negieren.
 
Die Äusserung reiht sich in eine Serie ähnlicher Aussagen des 72-Jährigen ein. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 gehört Seinfeld zu den prominentesten Unterstützern Israels in Hollywood. Er besuchte Israel nach dem Angriff, traf Angehörige von Geiseln und hat sich wiederholt kritisch gegenüber der «Free Palestine»-Bewegung geäussert. Bereits 2025 sagte er nach einer ähnlichen Aktion eines Aktivisten: «I don't care about Palestine.» Später bezeichnete er die «Free Palestine»-Bewegung als antisemitisch. 

Das jüngste Video zeigt, wie stark der Nahostkonflikt inzwischen auch den amerikanischen Kulturbetrieb prägt. Öffentliche Auftritte von Seinfeld werden seit Monaten regelmässig von pro-palästinensischen Protesten begleitet. 

Shira Li Bartov