USA – Politik 25. Aug 2026

Schlagabtausch in Florida

Angie Nixon nach ihrem Wahlsieg.

Spannungen zwischen der demokratischen Senatskandidatin Angie Nixon und der Parteivorsitzenden Nikki Fried kommen an die Öffentlichkeit.  

Wie von «Axios» berichtet, sind Angie Nixon und die Vorsitzende der dortigen Demokraten Nikki Fried bei einem Telefonat am Wochenende heftig und lautstark aneinander geraten – angeblich inklusive schwerer, persönlicher Vorwürfe. Nixon hatte vergangene Woche überraschend und mit grossem Abstand die Vorwahlen für die Senats-Nominierung gegen den von Fried und dem Partei-Establishment unterstützten Alex Vindman gewonnen. Die 42-jährige Afroamerikanerin aus Jacksonville kann auf eine lange Karriere in der Politik von Florida zurückschauen und hatte sich erst kürzlich den «Demokratischen Sozialisten von Amerika» (DSA) angeschlossen.

Nixon geht bereits wieder auf Abstand zur DSA und erklärt, sie habe vor allem deren Unterstützung bei der Kontaktierung und Mobilisierung von Wählern gesucht – sei aber keine überzeugte Parteigängerin.

Gleichwohl legt das hitzige Telefonat die Spaltung innerhalb der Partei zwischen der progressiven Basis und dem Establishment offen. Dies könnte die ohnehin schwierige Aufgabe Nixons härter machen, die amtierende Republikanerin Ashley Moody abzulösen.

Nixon hat Fried angeblich ihren Unmut über eine mangelnde Unterstützung der Gliedstaatspartei wissen lassen. Fried warnte ihrerseits, dass Nixons Verbindungen zur DSA den Republikanern Angriffsflächen bieten könnten. Fried wolle, dass Nixon von der DSA und vom Sozialismus abrückt, so eine Axios-Quelle. Die Vorsitzende spreche damit für jüdische und hispanische Parteileute, die den radikalen Kurs der DSA gegen Israel und deren Sympathien für das kubanische Castro-Regime ablehnen und als politisch gefährlich betrachten. Florida ist Heimat grosser jüdischer und Exil-kubanischer Gemeinschaften.

Nixon soll Fried angefaucht haben: «Du hast dich von Anfang an nicht für mich interessiert, und jetzt willst du mir vorschreiben, wie ich meinen Wahlkampf führen soll?» und soll geschrien haben: «Hör auf, mir Märchen zu erzählen!».

Insider beschreiben den Clash aber auch als «persönlichen Konflikt», da die beiden Damen einander  ohnehin nicht gut leiden könnten. Dabei könne es sich Fried «nicht leisten, dass schwarze Wähler den Eindruck gewinnen, sie würde einer schwarzen Frau respektlos begegnen.» Obendrein habe die Vorsitzende keinen Hehl aus ihre Enttäuschung über Vindmans Niederlage gemacht. Dass Nixon nun «das Thema für landesweite Schlagzeilen» sei, wäre Fried «unerträglich».

Nixon scheint dagegen empört, dass ihr das Partei-Establishment bei ihrer Distanzierung von der DSA in die Quere komme: Sie befürworte nicht die Abschaffung sämtlicher Gefängnisse – sondern nur der gewinnorientierten –, unterstütze weder die Streichung von Polizei-Budgets noch die Forderung nach «offenen Grenzen» und lehne zudem die Würdigung Fidel Castros durch die nationale DSA-Führung ab (Link).
 

Andreas Mink