Die spanische Organisation ACOM macht Ministerpräsident Pedro Sánchez für die Verschlechterung der Beziehungen zu Israel und die Verbreitung antisemitischer Narrative mitverantwortlich. Dennoch dürfe Spanien nicht als «verlorener Fall» betrachtet werden.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez repräsentiere mit seiner israelfeindlichen Politik nicht die gesamte spanische Gesellschaft. Das erklärte Ángel Mas, Gründer und Präsident der proisraelischen Organisation Acción y Comunicación sobre Oriente Medio (ACOM), am J50 Forum in Jerusalem. Ein Regierungswechsel könne zu einer «schnellen und tiefgreifenden» Verbesserung der Beziehungen zwischen Spanien und Israel führen.
Mas warf der Regierung vor, israelfeindliche und antisemitische Narrative von oben in Politik und Gesellschaft hineinzutragen. Diese würden zugleich von Teilen der extremen Rechten aufgegriffen und verstärkt. Es wäre jedoch ein schwerer Fehler, Spanien insgesamt zu dämonisieren oder aufzugeben, sagte Mas.
Unter Sánchez verfolgt Spanien innerhalb der Europäischen Union einen besonders israelkritischen Kurs. Madrid erkannte 2025 einen palästinensischen Staat an, verhängte ein umfassendes Embargo für Rüstungsgeschäfte mit Israel und verbot Waren aus israelischen Siedlungen im Westjordanland. Sánchez hatte Israel zudem als «genozidalen Staat» bezeichnet.
Nach Angaben des Dachverbandes der jüdischen Gemeinden Spaniens stieg die Zahl antisemitischer Vorfälle 2025 gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent. Das vom israelischen Aussenminister Gideon Sa’ar initiierte J50 Forum versammelte in Jerusalem Dutzende Organisationen, die sich gegen Antisemitismus und die Delegitimierung Israels engagieren.