TIBERIAS 12. Jul 2018

«Patriot» schiesst syrische Drohne ab – Luftwaffe greift syrische Positionen an

Geschoss flog 10 Kilometer nach Israel hinein.

In der Nacht zum Donnerstag griff die israelische Luftwaffe drei Positionen der syrischen Armee auf den Golanhöhen in der Gegend von Quneitra an, als Vergeltung für die Verletzung vom Mittwoch des israelischen Luftraums durch eine syrische Drohne. Auch syrische Medien bestätigten die Angriffe. Wie ein IDF-Sprecher betonte macht Israel Syrien verantwortlich für alles Geschehen auf seinem Territorium. -  Am Mittwoch Nachmittag, gegen 15 Uhr 30 Ortszeit, schoss das israelische Militär mit Hilfe einer «Patriot»-Rakete eine von Syrien her einfliegende Drohne (unbemannter Flugkörper) ab. Das bestätigten die IDF. Der syrische Flugkörper war rund 10 Kilometer in den israelische Luftraum eingedrungen, bevor die «Patriot» ihn über dem Kinneret-See abfing. Am Mittwoch Nachmittag entdeckten die IDF Überreste der Drohne und wiesen die Bevölkerung an, ihren gewohnten Beschäftigungen nachzugehen. Menschen kamen bei dem Zwischenfall auf israelischer Seite nicht zu Schaden. Nach Angaben des Regionalrates Jordantal fielen Teile der Drohne in den östlichen Teil des Sees. Einwohner wurden gewarnt, sich keinen Teilen des Geschosses zu nähern oder sie zu berühren. Nach Angaben der IDF löste die Lancierung der Rakete Alarmsirenen in der Nähe der syrisch-israelischen Grenze auf dem Golan und in israelischen Gemeinden im Jordantal aus. Einwohner der nord-israelischen Stadt Safed sahen die «Patriot»-Rakete über ihre Köpfe hinweg fliegen. Einige Touristen in der Hauptstrasse der Stadt erhielten einen leichten Schock. – Die Spannungen entlang der israelischen Nordgrenze sind seit einigen Wochen schon hoch. – Am Sonntag warf Syrien Israel vor, eine Luftwaffenbasis unweit des syrischen Homs angegriffen zu haben. Obwohl Israel selber zu diesem Zwischenfall nicht Stellung bezogen hat, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Einflug der Drohne vom Mittwoch eine Art syrischer Vergeltungsschlag darstellen soll.

Jacques Ungar