Rom 12. Jan 2026

Papst Leo XIV. empfängt UNRWA-Chef

Eine Archivaufnahme von Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. hat am Montag den Chef des Uno-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen.

Über den Inhalt des Gesprächs zwischen dem Oberhaupt der katholischen Kirche und dem Schweizer war zunächst nichts bekannt.
Die Medienstelle des Heiligen Stuhls informierte am Montag in ihrem täglichen Presse-Bulletin über das Treffen.
Lazzarini, der 1964 in La Chaux-de-Fonds NE geboren wurde, hatte im vergangenen August angekündigt, sein Amt im März nach zwei Amtszeiten abzugeben. Er steht seit 2020 an der Spitze der UNRWA.
Das Uno-Palästinenserhilfswerk sieht sich seit den Massakern der palästinensischen Hamas vom 7. Oktober 2023 mit Vorwürfen der israelischen Regierung konfrontiert. Mehrere seiner Mitarbeiter seien an dem Terrorangriff auf israelische Grenzdörfer beteiligt gewesen. In der Folge erliess das israelische Parlament ein Tätigkeitsverbot für die UNRWA auf israelischem Gebiet.
Das Hilfswerk weist diese Darstellung zurück. Im Mai vergangenen Jahres warf Lazzarini Israel in einer Mitteilung auf der Plattform X vor, eine Desinformationskampagne gegen die UNRWA zu führen.
Eine Untersuchungskommission unter der Leitung der früheren französischen Aussenministerin Catherine Colonna kam im April 2024 zum Schluss, Israel habe keine zusätzlichen Beweise für seine Anschuldigungen vorgelegt. Ihr Bericht enthielt aber eine Reihe von Empfehlungen zur Stärkung der Neutralität des Hilfswerks.
Wegen der Vorwürfe gegen die UNRWA stoppten mehrere Geberländer ihre Zahlungen an das Uno-Palästinenserhilfswerk. Die Schweiz setzte Unterstützung für die UNRWA zunächst aus und kürzte den Beitrag für 2025 später um die Hälfte. Das Parlament verpflichtete zudem den Bundesrat im vergangenen März mit einer Motion, sich für eine Nachfolgelösung für die UNRWA einzusetzen.
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten unterstützt eigenen Angaben zufolge mehr als fünf Millionen palästinensische Flüchtlinge im Libanon, in Syrien und Jordanien sowie im Westjordanland und im Gazastreifen.
 

Redaktion