Kontroversen um brutales Vorgehen der Immigrations-Polizei in Minneapolis und anderen US-Metropolen.
Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem hat Hunderte weitere ICE-Agenten zu den bereits 2000 in Minneapolis stationierten Immigrations-Polizisten entsandt. Dort und landesweit halten Demonstrationen gegen die Trump-Regierung und das zunehmend brutale und zügellose Vorgehen von ICE auch gegen unbescholtene US-Bürger und Migranten mit Aufenthaltsgenehmigungen an.
Ein Schlaglicht auf ideologische Haltungen im Umfeld von ICE gibt eine von rechten Medien publizierte Online-Spendenkampagne auf der Plattform «GiveSendGo» zur Verteidigung von Jonathan Ross, dem ICE-Agenten, der vorige Woche bei einem Autostopp die 37-jährige Renee Good in Minneapolis erschossen hat. Die Spendenaufrufe stellen Ross als heldenhaften Polizeibeamten dar, der in einer chaotischen Situation in Notwehr gehandelt habe. Die Seite wird angeblich von Persönlichkeiten wie Megyn Kelly und dem Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman unterstützt und bezeichnet die Schüsse von Ross auf die unbewaffnete Good als Heldentat gegen «heimischen Terrorismus» und Minneapolis als gesetzlose «Zufluchtsstadt» für illlegale Migranten.
In dem Spendenaufruf wird aber auch die jüdische Herkunft von Jacob Frey betont. Der Bürgermeister von Minneapolis hat das Vorgehen von ICE und scharf kritisiert und den sofortigen Abzug der Agenten gefordert. Auf «GiveSendGo» wird Frey als ein Beispiel für «antiamerikanische Verräter» bezeichnet. Der «Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey (der Jude ist)» schüre «Flammen des Widerstands». Die Spendenkampagne bezeichnet Einwanderer als «Parasiten» und charakterisiert ICE-Einsätze als Kampagne zur «Säuberung» von Städten. All dies stimmt mit den Erklärungen Trumps und anderer Regierungsvertreter zu dem Vorfall überein.
Neu ist hier indes die Betonung der jüdischen Identät von Frey (Link).
Politisch nützlich sind die ICE-Einsätze kaum. So hat der populäre Podcaster Joe Rogan Verständnis für die Auffassung von Menschen signalisiert die sagen: «Ja, aber man will doch keine bewaffneten Leute auf den Straßen herumlaufen sehen, die einfach Leute aufgreifen, von denen sich viele als US-Bürger herausstellen, die nur ihre Papiere nicht dabei haben. Wollen wir wirklich zur Gestapo werden? Ist es wirklich so weit gekommen?. Rogan hat Trump im Wahlkampf 2024 unterstützt, geht aber zunehmen d auf Distanz.