Kunst 13. Okt 2021

Neues Programm der Fritz Ascher Society

Die Stiftung für verfolgte Künstler präsentiert erneut eine spannende Serie von Zoom-Präsentationen.

Heute Mittwoch startet die 2014 von Rachel Stern in New York gegründete «Fritz Ascher Society for Persecuted, Ostracized and Banned Art» (https://fritzaschersociety.org/about/) das virtuelle Projekt «Identity, Art and Migration» mit Zoom-Präsentationen zu sieben Kunstschaffenden, die während der Nazi-Ära aus Europa in die USA hatten fliehen oder in ihrer Heimat überleben konnten: Anni Albers, Friedel Dzubas, Eva Hesse, Rudi Lesser, Lily Renée, Arthur Szyk und Fritz Ascher. Teilnehmer sind prominente Fachleute, aber auch Familienangehörige und Kreative. Die Veranstaltungen sollen aufgezeichnet und dann auf YouTube zugänglich gemacht werden (Link).

Den Auftakt macht am heutigen Mittwoch ein hochkarätiger Event zu der früh verstorbenen, aber einflussreichen Eva Hesse (1936-1970) mit deren Schwester Helen Charash und dem Georgetown-Professor Dr. Ori Z Soltes unter Moderation von Rachel Stern. Der Event ist Online zugänglich unter: Link.

Ascher wurde 1893 in Berlin-Zehlendorf als erstes Kind einer assimilierten, jüdischen Familie geboren. Im Alter von 17 Jahren besuchte er die Kunstakademie in Königsberg. Vor dem Ersten Weltkrieg ging er zurück nach Berlin, wo er bei Lovis Corinth studierte und im Umfeld expressionistischer Künstler zu einer eigenen, kraftvollen Bildsprache fand. Nach der Machtergreifung der Nazis tauchte Ascher 1933 bei Freunden unter, wurde jedoch kurzzeitig im Konzentrationslager Sachsenhausen und im Potsdamer Gefängnis inhaftiert. Anschliessend überlebte er bis 1945 in einem Kellerversteck in Berlin Grunewald. 

Dass sein Werk nun wieder zugänglich wird, ist Rachel Stern zu danken, die in den 1990er Jahren auf den damals praktisch vergessenen Künstler aufmerksam wurde und schliesslich die «Fritz Ascher Gesellschaft» gegründet hat. 

Andreas Mink