Die Nichte Hitlers ist im September 1931 unter weiterhin umstrittenen Umständen umgekommen.
Im November soll ein neues Buch des Historikers Harald Sandner über den Tod von Hitlers Nichte Angelika «Geli» Raubal in Hitlers Münchner Wohnung am Prinzregentenplatz am 18. September 1931 erscheinen. Bislang gingen Historiker trotz unmittelbar nach Raubals Tod laut gewordenen Zweifel von einem Freitod aus: die 27-Jährige habe sich alleine mit Hitlers Pistole das Lebene genommen. Sandner erklärte dazu, er habe «eine erdrückende Menge an Beweisen entdeckt, die eine Präsenz Hitlers beim Tod der 27-Jährigen nahelegen» (Link).
«Spiegel Online» legt bereits wesentliche Informationen aus Aktenfunden Sandners im Stadtarchiv München . Der für Hitler tätige Hausverwalter hatte Raubal laut der bisherigen Geschichtsschreibung am Morgen des 19. September in Hitlers Münchner Wohnung aufgefunden. Zwei von Sandner entdeckte Todesanzeigen und der Eintrag im Sterberegister des Standesamts München II datieren die Entdeckung der Leiche jedoch bereits auf Freitag, den 18. September 1931, um 10.15 Uhr. Laut einem anschliessenden Polizeibericht hatte sich Raubal mit einer Hitler gehörenden Pistole erschossen. Ihre Leiche wurde jedoch nicht obduziert und kurz nach ihrer Auffindung in ihre österreichische Heimat verbracht und beigesetzt.
Schon damals wurde vermutet, dass Hitler mit der 27-Jährigen ein Liebesverhältnis hatte. Zudem sollen Hitler und Raubal am Morgen des 18. einen heftigen Streit gehabt haben. Nach den von Sandner rekonstruierten Abläufen hielt sich der NSDAP-Chef am Vormittag des 18. September noch in München auf und reiste erst am Nachmittag nach Nürnberg. Sandner geht jedoch nicht so weit, Hitler als Mörder Raubals zu bezeichnen.
Die Nazis waren seinerzeit bereits die zweistärkste Partei geworden und eine Verwicklung Hitlers in eine mögliche Ermordung Raubals hätte die «Machtergreifung» 193 womöglich verhindert. Das genaue Verhältnis zwischen Hitler und seiner Nichte – Tochter seiner Halbschwester Angela Raubal – blieb schon Zeitgenossen rätselhaft. Sandner betont, an der mit der Untersuchung des Todes betrauten Kripo Münchens habe es mit den Nazis sympathisierende Beamte gegeben. Ob diese Hitler mit einer Vertuschung der Tathergänge zu einem Alibi verholfen haben, will der Historiker nicht ausschliessen. Harte Belege dazu kann Sandner nicht vorlegen (Link).