Jerusalem 11. Okt 2026

Netyanyahu gegen «NAZA»

Die Filmschaffenden von «NAZA» vergangenen Monat am Filmfestival von Venedig.

Israels Premier fordert Ermittlungen gegen Zeugen im Dokumentarfilm.

Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu verlangt, die Identität der anonym interviewten Soldaten im Dokumentarfilm «NAZA» aufzudecken und gegen Beteiligte strafrechtlich vorzugehen. Wie israelische Medien berichten, wandte er sich dazu an den Generalstabschef, den Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und die Generalstaatsanwältin. Er wirft den Beteiligten die Preisgabe sicherheitsrelevanter Informationen, strafbare Verleumdung und die Schädigung israelischer Interessen vor. Netanjahu bezeichnet die Darstellung des Films als falsch, irreführend und einseitig.  

Der Film von Yuval Abraham und Rachel Szor untersucht anhand anonymer Aussagen von 24 Soldaten und Geheimdienstangehörigen die israelische Kriegsführung in Gaza. Im Zentrum stehen die Auswahl von Angriffszielen, der Einsatz künstlicher Intelligenz und die Inkaufnahme ziviler Opfer. «NAZA» ist eine hebräische militärische Abkürzung für «Kollateralschaden». Die Dokumentation erhielt im September den Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig.  

Die Armee weist die Vorwürfe zurück und betont, dass Menschen über Angriffsziele entschieden. Die Filmemacher erklären, sie hätten die Aussagen ihrer anonymen Quellen überprüft. Bereits zuvor hatte Generalstabschef Eyal Zamir eine Prüfung möglicher rechtlicher Schritte und der Weitergabe geheimer Informationen angeordnet.  

Redaktion