Israels Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat vor einem möglichen Angriff im Vorfeld der Parlamentswahl am 27. Oktober gewarnt.
Bei einem Besuch des Luftwaffenstützpunkts Tel Nof erklärte er am Dienstag, es gebe Hinweise auf entsprechende Absichten von Israels Feinden. Welche Akteure er meinte und worauf seine Einschätzung beruhte, erläuterte er nicht. Nach Angaben von Sicherheitskreisen, auf die sich mehrere israelische Medien berufen, liegen der Armee keine konkreten Hinweise auf einen Angriff vor der Wahl vor. Die Alarmbereitschaft sei nicht erhöht worden.
Die Opposition verlangte Aufklärung. Die Partei des früheren Generalstabschefs Gadi Eisenkot forderte eine sofortige Unterrichtung von Oppositionsführer Jair Lapid, um eine tatsächliche Bedrohung von einem möglichen politischen Manöver zu unterscheiden. Lapid verlangte zudem ein gemeinsames Treffen mit Netanyahu, dem Chef des Inlandgeheimdienstes Schin Bet und dem Vorsitzenden der zentralen Wahlkommission. Dabei müsse geklärt werden, wie eine ungestörte Durchführung der Wahl gewährleistet werde.
Nach einer Sicherheitsunterrichtung durch Netanyahu erklärte Lapid am späten Abend, es gebe keinen Grund, die Bevölkerung in Panik zu versetzen. Sicherheitsbedrohungen müssten professionell und verantwortungsvoll behandelt werden; Israels Sicherheit und Militärstützpunkte dürften nicht als Kulisse für Wahlkampfvideos dienen. Die Wahlen würden fristgerecht stattfinden, betonte er. Niemand habe einen Vorwand, sie zu behindern.