USA – Ukraine 23. Jun 2022

«Nazi-Jäger» Eli Rosenbaum wird in der Ukraine aktiv

Eli Rosenbaum

Washington will russische Kriegsverbrecher identifizieren und zur Rechenschaft ziehen.

Am Dienstag ist der amerikanische Justizminister Merrick Garland unangekündigt in die Ukraine gereist und hat dort nahe der polnischen Grenze seine Amtskollegin Iryna Venediktova getroffen. Garland hat dabei angekündigt, dass die amerikanische Justiz den Ukrainern bei der Identifikation von russischen Kriegsverbrechern assistieren will, aber auch die Fahndung unterstützen und bei Prozessen gegen diese Täter mit «technischen, forensischen und juristischen Mitteln» beistehen wird. Garland erklärte anschliessend, die USA wollten damit eine «unmissverständliche Botschaft aussenden: es gibt für diese Verbrecher keine Verstecke. Wir werden jeden uns offen stehenden Weg verfolgen, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen für an Ukrainern begangenen Grausamkeiten zur Verantwortung gezogen werden.»

Federführend soll eine legendäre Figur mit Symbolkraft sein, nämlich der 67-jährige Jurist Eli Rosenbaum. Dieser war als Direktor des «Office of Special Investigations» im Justizministerium nach 1979 der offizielle «Nazi-Jäger» der USA und hat mit seiner Abteilung insgesamt 95 NS-Täter in den USA entdeckt und deportiert, aber auch an den vom Jüdischen Weltkongress angestossenen Ermittlungen gegen den österreichischen Diplomaten und Staatspräsidenten Kurt Waldheim mitgewirkt (Link).

Laut der «New York Times» soll Rosenbaum ein «War Crimes Accountability Team» aufbauen, das neben Fachleuten aus dem Justizministerium Spezialisten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft rekrutieren wird, die mit Ukrainern zusammen arbeiten. Daneben wollen Rosenbaum und sein Team aber auch russische Kriegsverbrechen identifizieren und verfolgen, die unter amerikanische Jurisdiktion fallen. Damit sind die Tötung amerikanischer Juristen oder Staatsbürger durch russische Aggressoren gemeint (Link).

Andreas Mink