IRAK 15. Apr 2019

Massengrab von Kurden ausgehoben

Der Irakische Präsident Barham Salih (Mitte) verkündet das Ausheben des Massengrabes. Bei der «Anfal-Kampagne» wurden schätzungsweise 50'000 Kurden ermordet.

Eines von vielen Verbrechen von Saddam Hussein.

Irak dürfe Saddam Husseins Verbrechen niemals vergessen oder seiner Partei die Rückkehr an die Macht gestatten. Das sagte am Sonntag der irakische Präsident Barham Salih. Er hatte zuvor der Aushebung eines Massengrabs von Kurden beigewohnt, die der irakische Diktator vor drei Jahrzehnten ermordet hatte. Das in der Wüste rund 170 Kilometer westlich der Stadt Samawa entdeckte Grab enthielt die sterblichen Überreste von dutzenden von Kurden, die Saddam Husseins Kräfte laut Salih haben verschwinden lassen. Sie gehörten zu den bis zu rund 180'000 Menschen, die im Laufe der «Anfal»-Kampagne» gegen die irakischen Kurden in den späten 1980er Jahren geführt wurde. Dabei gelangte chemisches Gas zum Einsatz, zahlreiche Dörfer  verschwanden vom Erdboden, und tausende von Kurden wurden in Lagern eingesperrt. «Er tötete sie», sagte Salih, selber ein Kurde, an einer Pressekonferenz neben dem Massengrab, «weil sie der Fortsetzung seines Regimes nicht zustimmten, sondern ein freies und würdiges Leben führen wollten». Das neue Irak dürfe diese Verbrechen nie vergessen, betonte der heutige Präsident des Landes.

Redaktion