Die Stiftung der im Iran inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat die blutige Niederschlagung der Proteste in ihrem Land als ein «Massaker von gewaltigem Ausmass» bezeichnet.
«Dies ist eine nationale Tragödie», hiess es in einer Mitteilung der Narges Foundation auf X. «Sie ist unverzeihlich und unvergesslich. Die Geschichte wird dem Regime diese Verbrechen nicht verzeihen.»
Mohammadi wurde Anfang Dezember, rund zwei Wochen vor Ausbruch der jüngsten Protestwelle, bei einer Trauerversammlung in der nordöstlichen Millionenstadt Maschhad festgenommen. Zuvor war sie etwa ein Jahr auf Hafturlaub. Sie verbüsst eine langjährige Haftstrafe. 2023 wurde sie vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Die Proteste im Iran wurden Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst, entwickelten sich jedoch rasch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Diese liess der Staat gewaltsam niederschlagen. Nach Informationen des US-Magazins «Time» könnten bis zu 30'000 Menschen getötet worden sein.
Nach offizieller staatlicher Darstellung gab es bei den Aufständen 3117 Tote. Mehr als 2400 seien aufgrund von terroristischen Aktivitäten umgekommen, behauptete der iranische Botschafter in Genf. Die Regierung macht die Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich, die in den Nächten vom 8. und 9. Januar gezielt «zahlreiche terroristische Handlungen» in weiten Teilen des Landes verübt hätten.