Der israelische Likud will die Initiative «Fly & Vote» stoppen, die im Ausland lebenden Israelis vergünstigte Flüge zur Teilnahme an der Knessetwahl ermöglicht. Die Partei reichte beim Zentralen Wahlausschuss eine Beschwerde gegen die Organisation AID Coalition ein. Nach Ansicht des Likud könnten die finanziellen Vergünstigungen als verbotene Wahlgeschenke und illegale politische Spenden gelten.
Zudem wirft die Partei den Organisatoren vor, mit der Aktion bestimmte politische Lager zu unterstützen. Sie verlangt die Offenlegung der Geldgeber, Finanzierungsquellen und Auswahlkriterien für die subventionierten Tickets. Die AID Coalition entstand aus der israelischen Protestbewegung gegen die Justizreform und wird deshalb vom Likud dem oppositionellen Lager zugerechnet.
Die Organisatoren weisen die Vorwürfe zurück. Das Angebot richte sich unabhängig von der politischen Haltung an alle wahlberechtigten Israelis im Ausland. Die Initiative helfe lediglich bei der Prüfung der Wahlberechtigung und der Organisation günstiger Flüge. Da Israel – anders als zahlreiche andere Staaten – grundsätzlich keine Stimmabgabe im Ausland erlaubt, müssen Bürgerinnen und Bürger zur Wahl ins Land reisen. Nach Angaben der Organisatoren haben sich bereits mehr als 30’000 Personen für «Fly & Vote» registriert. Die Knessetwahl findet am 27. Oktober statt