UN – Nahost 27. Jan 2026

Libanon erhebt Beschwerde gegen Israel am Sicherheitsrat

Rauch steigt auf nach einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanons. 

Beirut beklagt wiederholte Verstösse gegen die Waffenruhe vom November 2024.  

Gestern Montag hat der Libanon den UN-Sicherheitsrat formell aufgefordert, Israel zu einer Einstellung von Angriffen auf libanesischem Staatsgebiet und einem vollständigen Abzug aus dem Land zu bewegen.

Die Beschwerde stellt «israelische Übergriffe als eindeutigen Verstoss gegen die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates dar, die den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2006 beendet hatte». Israel solle sich «vollständig hinter die international anerkannten Grenzen zurückzuziehen», wiederholte Verletzungen der libanesischen Souveränität einstellen und die libanesische Gefangenen freilassen. Das libanesische Aussenministerium listet von Oktober bis Dezember 2025 insgesamt 2036 Verletzungen der libanesischen Souveränität durch Israel auf.

Am Sonntag hatte Israel laut «Al Jazeera» Luftangriffe im gesamten Libanon lanciert, bei denen mindestens zwei Menschen getötet wurden. Trotz der Waffenruhe von 2024 führe die IDF fast täglich Angriffe im Libanon durch, bei denen Hunderte von Menschen ums Leben gekommen sind. Im November letzten Jahres bezifferten die Vereinten Nationen die Zahl der bei israelischen Angriffen getöteten Zivilisten auf mindestens 127.

Israel besetzt laut dem Bericht weiterhin fünf Orte auf libanesischem Territorium und blockiert den Wiederaufbau mehrerer, vollständig zerstörter Grenzdörfer, wodurch Zehntausende von Vertriebenen an der Rückkehr in ihre Heimat gehindert würden.

Schätzungen zufolge hält Israel mehr als ein Dutzend libanesische Gefangene fest, darunter Hisbollah-Kämpfer und Zivilisten, die 2024 aus Grenzdörfern verschleppt wurden. Israel weigert sich angeblich, eine Liste der inhaftierten libanesischen Staatsbürger vorzulegen.

Unterdessen bemüht sich die libanesische Regierung um die Entwaffnung der Hisbollah und hat diese Anstrengungen nach eigenen Angaben in der Region von der Grenze zu Israel zum 28 Kilometer weiter nördlich gelegenen Litani-Fluss abgeschlossen. Angeblich hat die Hisbollah der Entwaffnung südlich des Litani stillschweigend zugestimmt, aber eine vollständige Abgabe von Waffen verweigert, da diese notwendig seien, um das Ausgreifen Israels auf libanesisches Staatsgebiet zu stoppen.

Die nächste Phase des Entwaffnungs-Plans der libanesischen Regierung soll die Region 40 km nördlich des Litani betreffen (Link).

Andreas Mink