USA – Medien 25. Aug 2026

Kalifornien sagt Verhandlungen mit Paramount kurzfristig ab

Rob Bonta im Jahr 2023.

Kritik von Generalstaatsanwalt Rob Bonta an «Leaks» über Vorgespräche.  

Der kalifornische Generalstaatsanwalt hat in der Nacht zum Montag ein für gestern geplantes Gespräch mit Vertretern von Paramount über eine mögliche Einigung im Rechtsstreit um die geplante Übernahme des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount abgesagt. Bonta unterstellte Paramount «bösartige Manöver» und Leaks an Medien zu Vorgesprächen über einen Vergleich der Klage, die am Freitag stattgefunden hatten. Dies sei ein «Beweis für mangelnde Redlichkeit», so Bonta gegenüber der «New York Times». Seine Behörde sei gleichwohl zu einem erneuten Treffen bereit, «sobald Paramount aufhört, Spielchen zu spielen, und sich ernsthaft engagiert».

Paramount nahm zu Bontes Äusserungen zunächst keine Stellung. Das nun gecancelte Treffen hatte Hoffnungen auf einen Durchbruch in der eskalierenden Kontroverse über die Warner-Übernahme geweckt. Zuletzt hatte Paramount mit einer Aufgabe des Standorts Hollywood gedroht, was Gouverneur Gavin Newsom zu einem Plädoyer für eine gütliche Einigung bewegt hat.

Die geplante Übernahme im Wert von 111 Milliarden Dollar würde einen Mediengiganten schaffen, der zwei grosse Filmstudios, mehrere Streaming-Dienste sowie die Nachrichtensender CNN und CBS News unter einem Dach vereint. Das in Hollywood ansässige Unternehmen wäre zudem ein bedeutender Arbeitgeber in Los Angeles. Kalifornien hatte den Deal im Juli gemeinsam mit elf weiteren, demokratisch geführten Bundesstaaten durch eine Klage gestoppt. Die Kläger befürchten eine Machtkonzentration nicht zuletzt bei Nachrichten-Medien durch die Trump nahestehenden Eigner David und Larry Ellison.

Bonta hat für eine Einigung bereits auf «strukturellen Auflagen» bestanden, was auf die Veräusserung von Warner-Teilen hinauslaufen würde. Hier hat der Medien-Unternehmer Barry Diller bereits Interesse an CNN signalisiert.

Allerdings steht auch Paramount unter Druck. Da der Prozess für März angesetzt ist, könnten Verzögerungen das Unternehmen Hunderte Millionen Dollar an Gebühren kosten: Sollte der Deal nicht bis Oktober abgeschlossen sein, werden vertraglich fixierte Zahlungen an die Aktionäre von Warner Bros. fällig (Link).
 

Andreas Mink