BERLIN 12. Jul 2018

Jüdische Gruppen fordern Konfrontation des Antisemitismus

Dringender Aufruf an die Regierung.

Fast 40 jüdische Organisationen in Deutschland haben im Anschluss an eine Reihe anti-jüdischer Attacken im Lande die Regierung in Berlin aufgefordert, den Antisemitismus zu konfrontieren. Der vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus unterzeichnete Offene Brief ersucht Deutschland dringend, sich an die Internationale Allianz für die Definition des Antisemitismus im Rahmen der Holocausterinnerung zu halten und die Erfahrungen von Opfern der Attacken ernst zu nehmen. Auch soll anerkannt werden, dass der Antisemitismus ein «Angriff auf die Unverletzbarkeit der Menschenwürde und auf die Fundamente der ganzen liberal-demokratische Gemeinde» sei. Der Antisemitismus könne nicht erfolgreich nur als Unter-Kategorie des Rassismus bekämpft werden, heisst es in der Verlautbarung. «Antisemitismus, Rassismus und Islamophobie könnten nicht gleichgesetzt werden». In der Verlautbarung heisst es ferner, dass zivile und religiöse Gruppen, die um öffentliche Finanzierung ersucht oder diese bereits erhalten haben, solche Hilfe nur bekommen dürfen, wenn sie sich öffentlich von allen Formen des Antisemitismus distanzieren. Das gelte auch für muslimische Organisationen.

Redaktion