Mailand 22. Feb 2026

Israelischer Viererbob disqualifiziert

Die Israelis Adam Edelman (vorne), Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz am Samstag bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo, Italien.

Ein Täuschungsmanöver führt zum Aus.

Am Abschlusstag der Olympischen Winterspiele sorgt ein ungewöhnlicher Vorfall für Aufsehen: Das israelische Viererbob-Team wurde vor dem dritten Durchgang aus dem Wettbewerb genommen, nachdem Teammitglieder einen regelwidrigen Versuch unternommen hatten, einen Ersatzfahrer ins Rennen zu bringen. 

Das Olympische Komitee Israels (OCI) erklärte, ein Teammitglied habe gegenüber den olympischen Offiziellen fälschlicherweise eine Krankheit angegeben, um den Ersatzathleten Ward Fawarseh – der normalerweise nicht starten darf, weil er offiziell nur als Ersatz registriert war – antreten zu lassen. Nach geltenden Regeln ist ein solcher Wechsel nur zulässig, wenn ein Starter tatsächlich verletzt oder krank ist. 

Chef des OCI verurteilte das Verhalten als «unangemessen» und im Widerspruch zu sportlichen Grundsätzen. Nachdem der betreffende Athlet sein falsches Attest eingeräumt hatte, zog das Komitee die Konsequenzen und zog das Team aus dem Wettbewerb zurück. 

Das israelische Quartett, zu dem auch Pilot Adam Edelman gehörte, hatte die ersten beiden Läufe bestritten und lag außerhalb der Qualifikationsränge für den weiteren Verlauf des Rennens. In einer Stellungnahme auf Instagram betonte Edelman, dass das Team «geschichtlich Wichtiges für den israelischen Bobsport erreicht» habe und man zwar den letzten Lauf aufgeben müsse, aber stolz auf die Olympiateilnahme sei. 

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die hohen Anforderungen an korrekte Verfahrensweisen bei Wechseln im olympischen Wettbewerb und sorgt wenige Stunden vor dem Abschluss der Spiele für Debatten um Fairness und Regelkonformität. 

Redaktion