Heftige Reaktionen im Netz
Die Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow steht nach ihrem Auftritt in einer Werbekampagne für ein israelisches Luxuswohnprojekt in der Küstenstadt Herzliya im Zentrum einer politischen Kontroverse. Während Kritiker ihr vorwerfen, in Zeiten des Gaza-Kriegs ein exklusives Immobilienprojekt zu bewerben, sehen Unterstützer darin ein selten gewordenes öffentliches Bekenntnis zu Israel.
In dem Werbespot für das Projekt «51 Park» ist die 53-jährige Schauspielerin zunächst in einem luxuriösen New Yorker Umfeld zu sehen. Am Ende bittet sie ihren Fahrer, sie zu «51 Park» zu bringen. Auf dessen Nachfrage «New York?» antwortet sie: «Herzliya, Israel.» Das Projekt umfasst zwei 51-stöckige Wohntürme und wird vom Immobilienunternehmen Aviv by Melisron entwickelt.
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Pro-palästinensische Aktivisten und Influencer bezeichneten die Kampagne als geschmacklos und warfen Paltrow vor, Luxuswohnungen zu vermarkten, während der Krieg in Gaza andauert. In den sozialen Medien wurde die Schauspielerin scharf kritisiert; einzelne Beiträge erreichten Millionen Nutzer.
Gleichzeitig erhielt Paltrow Unterstützung aus pro-israelischen Kreisen. Die in Los Angeles tätige PR-Beraterin Bertha Merikanskas sagte gegenüber der Jewish Telegraphic Agency (JTA), Paltrow habe sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 wiederholt solidarisch mit Israel gezeigt und öffentlich für die Freilassung der Geiseln eingesetzt. «Es überrascht nicht, dass sie keine Angst hat, mit Israel in Verbindung gebracht zu werden», sagte Merikanskas.
Paltrow stammt väterlicherseits aus einer jüdischen Familie, ihr Ehemann ist Jude. Sie engagierte sich in den vergangenen Jahren mehrfach bei jüdischen und pro-israelischen Veranstaltungen. Zu den aktuellen Vorwürfen hat sie sich bislang nicht geäussert.
Die Debatte zeigt erneut, wie stark kulturelle und wirtschaftliche Projekte mit Israel derzeit politisiert werden – und wie rasch prominente Persönlichkeiten zwischen Solidaritätsbekundungen und Boykottaufrufen geraten können.
Kelly Hartog