Klartext von Pam Bondi vor US-Kongress.
Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit ihrer Entlassung als US-Generalstaatsanwältin hat Pam Bondi am Freitag vor dem US-Repräsentantenhauses bei einer weiteren Anhörung zur Affäre um Jeffrey Epstein erklärt, dessen als Komplizin verurteilte Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell sollte «im Gefängnis sterben», also nicht durch Trump begnadigt oder entlassen werden.
Trump hatte Bondi aufgrund seiner Frustration über die Publikation gewaltiger Archiv-Bestände des Justizministeriums zu Epstein entlassen. Dank der gut dokumentierten, jahrzehntelangen Freundschaft Trumps zu Epstein kann der Präsident Vermutungen über seine Verwicklung in sexuellen Missbrauch Minderjähriger nicht abschütteln.
Maxwell hat ihn in diesem Zusammenhang in einem «Interview» mit Bondis Nachfolger Todd Blanche im letzten Herbst entlastet, hofft aber auf eine Begnadigung und vorzeitige Entlassung aus ihrer 20-jährigen Haftstrafe. Dem hat Bondi nun laut der «New York Post» in einer vierstündigen, protokollierten Befragung vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses eine Absage erteilt. Bondi dürfe keine Begnadigung durch den Präsidenten erhalten: «Frauen, die mit Sexualstraftätern kollaborieren, sind schlimmer, da sie dem Sexualstraftäter weitere Opfer zuführen.»
Zudem sei die 64-jährige Maxwell «zutiefst bösartig» und ihre Haftstrafe dürfe keinesfalls gemildert werden. Maxwells Verteidiger David Oscar Markus erklärte, seine Mandantin sei bereit zu Aussagen, wonach Trump und Bill Clinton – ungeachtet ihrer Kontakte zu Epstein in den 1990er und 2000er Jahren – «frei von jeder Schuld an Fehlverhalten» seien. Markus wiederholte nun die Forderung nach Begnadigung: «Wenn dieser Ausschuss und die amerikanische Öffentlichkeit tatsächlich die ungefilterte Wahrheit darüber erfahren wollen, was geschehen ist, dann gibt es einen direkten Weg. Frau Maxwell ist bereit, umfassend und ehrlich auszusagen, sofern ihr von Präsident Trump eine Begnadigung gewährt wird.»
Trump hat dazu bislang zweideutige Äusserungen gemacht und auch erklärt, keine Kenntnisse über den Fall zu haben: «Ich werde mit dem Justizministerium sprechen. Ich würde es weder in Betracht ziehen noch ausschliessen – ich weiss nichts darüber». Maxwell wurde immerhin seit ihrem Interview mit Blanche im letzten August von einer Bundeshaftanstalt in Florida in die komfortablere Einrichtung in Bryan, Texas – mit dem Spitznamen «Club Fed» – verlegt worden (Link).