Ex-Oberrabbiner droht Richtern mit «göttlicher Strafe».
Der ehemalige israelischer Oberrabbiner Yitzhak Yosef hat mit einer scharfen religiös aufgeladenen Attacke gegen die Justiz für Empörung gesorgt. In Reaktion auf ein Urteil zum Schabbat erklärte er, Gott werde die beteiligten Richter «bestrafen» beziehungsweise «töten».
Auslöser der Äusserung war eine Entscheidung des Obersten Gerichts, die Fragen der Einhaltung des Schabbat im öffentlichen Raum betrifft. Das Urteil wird von ultraorthodoxen Kreisen als Eingriff in religiöse Normen gewertet. Der frühere Oberrabbiner reagierte darauf mit einer Predigt, in der er den Richtern schwere Vorwürfe machte und ihnen göttliche Vergeltung ankündigte.
Die Aussagen stiessen in Politik und Öffentlichkeit auf breite Kritik. Vertreter säkularer Parteien sowie Juristen warfen dem Rabbiner vor, zur Delegitimierung der Justiz beizutragen und religiöse Sprache zur politischen Eskalation zu nutzen. Auch Stimmen aus moderat-religiösen Kreisen distanzierten sich und betonten die Notwendigkeit, staatliche Institutionen zu respektieren.
Der Vorfall reiht sich in eine anhaltende Auseinandersetzung zwischen religiösen und säkularen Kräften in Israel ein, insbesondere in Fragen des öffentlichen Lebens am Schabbat. Beobachter sehen darin eine weitere Verschärfung des Tons in einem ohnehin polarisierten Verhältnis zwischen religiöser Autorität und staatlicher Rechtsprechung.