USA 29. Okt 2026

Eigenlob von Trump

Donald Trump spricht einmal mehr in den höchsten Tönen von sich selbst. 

Weitere Reaktionen auf die Wahlergebnisse in Israel aus New York.  

Gestern Mittwoch folgten in New York nach einem Post Trumps weitere Stimmen zu den Wahlergebnissen in Israel. Der US-Präsident hatte nach einem Wahlauftritt in Texas am frühen Morgen die Lobhudelei eines Anhängers geteilt. Demnach sei das unerwartet starke Abschneiden Netanyahus allein Trump zu verdanken, der ihn nach langem Zögern vergangene Woche offiziell unterstützt hatte. Dadurch habe sich das Blatt völlig gewendet: «Anstatt einer klaren Niederlage für einen grossartigen Premierminister sieht es nun nach einer bemerkenswerten Aufholjagd aus, die in einem Patt – oder sogar in einem SIEG für Netanyahu – münden könnte. All dies geschah NACH der Unterstützung durch Präsident Trump, der nur das Beste für den Nahen Osten, Israel und die Vereinigten Staaten von Amerika will!»

Kritischer fielen Aussagen von Kathy Hochul aus. Die demokratische Gouverneurin von New York hatte bereits im Vorfeld erklärt, «das Leben wäre einfacher, wenn Netanyahu nicht an der Macht wäre.» Am Mittwoch legte Hochul nach. Der Premier polarisiere, «gegen ihn wurde Anklage erhoben.» Ihre Unterstützung für Israel und die jüdische Gemeinschaft sei unerschütterlich: «Aber viele Menschen, die ich hier in New York vertrete – darunter auch viele jüdischen Glaubens –, sind der Ansicht, dass Netanyahu in der gegenwärtigen Situation nicht die Führungspersönlichkeit ist, die sie brauchen.» Aber «vorgreifen» wolle sie dem Geschehen in Israel nicht.

Klarer sprach sich der israelische Generalkonsul in New York, Ofir Akunis, aus. Das Likud-Mitglied plädierte auf X als erster Exponent seiner Partei für eine Regierung der nationalen Einheit: «Die Menschen in Israel haben im einzigen demokratischen Staat des Nahen Ostens ihr Votum abgegeben. Jetzt ist die Zeit für eine breite Regierung der nationalen Einheit gekommen – zum Wohle der israelischen Gesellschaft, zum Wohle der Juden in der Diaspora und angesichts all unserer Feinde.»

Der mit Bürgermeister Zohran Mamdani verbündete Kongresskandidat Brad Lander rief dagegen wie der prominente ex-Abgeordnete Jerry Nadler nach einer Regierung unter Einbeziehung arabischer Parteien, um Netanyahu abzulösen: «Wenn es Gadi Eisenkot und dem Oppositionsblock auch nur im Ansatz ernst damit ist, Netanyahu loszuwerden und die demokratische Zukunft Israels zu sichern, dann werden sie den naheliegenden, strategisch klugen und nicht-rassistischen Schritt gehen: eine Regierung gemeinsam mit den arabischen Parteien zu bilden.»

Der Demokrat Lander hält in Israel «eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern auf politischer Ebene für notwendig, um den Anforderungen dieses Augenblicks gerecht zu werden – und für jede Form einer gemeinsamen Zukunft» (Link).

Andreas Mink