Regionale Vermittler unter der Führung Katars arbeiten angeblich unter Hochdruck, um zumindest neue Angriffe der USA und Israels nach den Midterms in den USA am Dienstag zu vermeiden.
Donald Trump droht immer deutlicher mit neuen, verheerenden Angriffen auf Iran sofort nach den US-Zwischenwahlen am Dienstag. Wie nun von «Axios» in Berufung auf Quellen aus den USA, Israel und muslimischen Staaten vermeldet, wollen regionale Vermittler unter Führung Katars einer solchen, leicht in die gesamte Region eskalierende Rückkehr zu einem offenen Krieg vorbauen. Laut dem Bericht hat der stellvertretende IDF-Generalstabschef Eyal Zamir am Montag mit dem Kommandeur des US-Zentralkommandos (CENTCOM), Admiral Brad Cooper, über eine Abstimmung möglicher Angriffe gesprochen. Eine solche Operation würde voraussichtlich eine Woche lang andauernde, massive Angriffe auf die iranische Führung sowie auf Energie-, Atom- und Infrastruktureinrichtungen umfassen.
An den Bemühungen sollen Pakistan, Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei beteiligt sein. Katar will Iran dazu bewegen, UN-Inspektoren den Zugang zu den bombardierten Atomanlagen zu gestatten.Im Gegenzug wären angeblich Lockerungen von US-Sanktionen denkbar. Gestern Mittwoch schrieb der iranische Aussenminister Abbas Araghchi auf X, Teheran sei bereit, das Heimatland zu verteidigen, gebe der Diplomatie aber weiterhin eine Chance. Der katarische Unterhändler Ali al-Thawadi kam denn auch Anfang der Woche nach Teheran, um über ein mögliches Abkommen mit der Trump-Regierung zu sprechen.
Katar will die Lücke zwischen den Forderungen der USA – der Iran solle seine Bestände an angereichertem Uran aufgeben – und dem iranischen Verlangen nach einer vorherigen Aufhebung der amerikanischen Seeblockade und der Freigabe eingefrorener, iranischer Gelder überbrücken. Auch Vertreter Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans sollen diese Vorschläge jüngst bei einem Besuch in Teheran vorgetragen haben. Die dortige Regierung reagierte zunächst ausweichend. Dies soll Riad jedoch dazu bewegen haben, in Washington auf eine Zurückhaltung nach den Zwischenwahlen zu drängen und stattdessen mehr Zeit für Verhandlungen einzuräumen.
Die diplomatische Initiative umfasst zudem angeblich die Rückkehr zu einer Vereinbarung zwischen Iran und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Kairo vom letzten Jahr. Diese sah vor, dass UN-Inspektoren, ihre Besuche in den iranischen Atomanlagen wieder aufnehmen, wurde aber im Oktober 2025 durch Differenzen über UN-Sanktionen blockiert. Am Dienstag hat IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi vor dem UN-Sicherheitsrat jedoch eine Wiederbelebung des Kairoer Abkommens als Rahmen für Inspektionen in den durch Angriffe der USA und Israels beschädigten, iranischen Atomanlagen ins Spiel gebracht. Dies könnte die Tür für Sanktions-Lockerungen wie eine teilweise Freigabe iranischer Ölverkäufe bieten (Link).