DEUTSCHLAND 13. Feb 2018

Durchschnittlich vier antisemitische Straftaten täglich

Die  Zahl  der  antisemitischen  Straftaten  bewegt  sich  in  der  Bundesrepublik  weiter auf einem hohen Niveau. 

Die Angaben sind noch nicht vollständig, doch bereits aufschlussreich. Sieh stehen in einer Regierungsantwort auf die schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Paul (Die Linke), aus der die Berliner  „Tagesspiegel“ am Montag zitierte. Die Polizei hat in Deutschland im vergangenen Jahr 1453 Straffälle von Judenhassern registriert, ungefähr gleich viel wie 2016, jedoch mehr als 2015. Darunter sind 32 Gewalttaten sowie 160 Sachbeschädigungen und knapp 900 Fälle von Volksverhetzung. Die Zahlen werden noch steigen, da es erfahrungsgemäss noch zu Nachmeldungen kommt.
Nichtsdestotrotz lassen sich einige Schlussfolgerungen aus den Zahlen ableiten, auch wenn – wie in den vorangegangen Jahren auch – eine unbekannte Dunkelziffer bleibt. In den meisten Fällen waren die Täter rechtsextrem oder diffus rechts motiviert, islamistische oder linke Taten waren selten, beziehungsweise ausserordentlich rar. Konkret: Bei 1377 Straffällen geht die Polizei von rechts motivierten Taten aus. 33 Fällen werden ausländischen Antisemiten – ohne Islamisten – zugeschrieben. 25 Taten sollen von „religiös motivierten“ Tätern begangen worden sein, das heisst von zumeist muslimischen Fanatikern deutscher oder ausländischer Herkunft. Nur ein einziges Delikt, eine Volksverhetzung, war nach Polizeieinschätzung, linksmotiviert. Bei 17 Fällen konnte die Polizei – trotz erkennbaren Judenhass – den politischen Hintergrund nicht erkennen.
 

Hans Stutz