Jennifer Mnookin war anhin Kanzlerin der University of Wisconsin-Madison und soll nach zwei turbulenten Jahren auf dem Campus im Norden Manhattans eine Rückkehr zu Wachstum und Stabilität bewerkstelligen.
In der Nacht zum Montag hat das Kuratoriums der Columbia University die Berufung von Jennifer Mnookin zur Präsidentin bekannt gemacht. Die 58-jährige Rechtswissenschaftlerin war Dekanin der juristischen Fakultät der University of California, Los Angeles, bevor sie 2022 die Leitung der renommierten Universität in Wisconsin übernommen hat. Das Kuratorium rühmt ihre «herausragenden akademischen und Führungsqualitäten sowie den Ruf, durch Zuhören und Dialog Vertrauen aufzubauen».
Dr. Mnookin steht in Manhattan vor erheblichen Herausforderungen, vor allem im Nachgang der Campus-Proteste gegen das Vorgehen Israels in Gaza nach dem 7. Oktober 2023 und den Kürzungen der Forschungsmittel durch die Trump-Regierung vor einem Jahr aufgrund eines angeblich an der Uni grassierenden Antisemitismus. Mnookin war an der University of Wisconsin 2024 mit Studentenprotesten konfrontiert und hat Spannungen durch eine Kombination aus strengem Vorgehen gegen Regelverstösse und einem Dialog mit den Demonstrierenden beigelegt.
Sie kann zudem auf eine exzellente, akademische Karriere mit einem Bachelor-Abschluss an der Harvard University, einem Jus-Abschluss an der Yale University und einen Doktortitel in Wissenschafts- und Technikgeschichte und Sozialwissenschaften am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zurück schauen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Beweisführung, Evidenz und Entscheidungsfindung im Rechtssystem.
Columbia hat im letzten Jahr eine Einigung mit dem Weissen Haus zu den Antisemitismus-Vorwürfen erzielt und die Zahlung von 200 Millionen Dollar an die Bundesregierung und von 21 Millionen Dollar an einen Fonds vereinbart, um Entschädigungsansprüche von Mitarbeitern wegen erlebten Antisemitismus zu begleichen. Seither wurden fast alle Forschungsstipendien wiederhergestellt. Auf dem Campus herrscht laut der «New York Times» eine «angespannte Ruhe», obwohl unter Studierenden und Lehrenden «Wut über eine Kapitulation von Columbia vor Trump» anhalte (Link).