Der bekannte TV-Journalist hatte die Chfredakteurin Bari Weiss scharf kritisiert.
Nach den Leaks von Anfang Woche war die Entwicklung abzusehen: Gestern Mittwoch hat der neue Sendeleiter Nick Bilton bei «60 Minutes» den langjährigen Moderator und Reporter Scott Pelley entlassen. Der 68-Jährige hatte Bilton und die Chefredakteurin Bari Weiss an dessen erstem Arbeitstag vor versammelter Belegschaft scharf angegriffen. Pelley hielt Bilton vor, es fehle ihm an relevanter Fachkompetenz. Zudem sei Weiss sei dabei, das Aushängeschild von CBS News «gezielt zugrunde zu richten».
In einem Kündigungsschreiben erklärte Bilton, er habe Pelley infolge dieser Konfrontation entlassen. Der Journalist habe es in feindseliger Weise vorgezogen, ihn bei seiner ersten Besprechung regelrecht zu überfallen, anstatt – wie von Bilton nach einer Einladung zum Abendessen vorgeschlagen – ein persönliches Gespräch zu führen.
Pelley wirft der Redaktionsleitung seinerseits vor, ihn angewiesen zu haben, «Falschbehauptungen und parteiische Darstellungen in einen politisch sensiblen Beitrag einfliessen zu lassen. Mir wurde aufgetragen, Behauptungen aufzunehmen, die nicht verifiziert sind.» Er habe diese Anweisungen bislang ignoriert oder zurückgewiesen. Aber in jüngster Zeit sei «Politikern gestattet worden, sich die Korrespondenten für Interviews in der Sendung selbst auszusuchen. Politikern die Kontrolle über Interviews bei `60 Minutes´ zu überlassen – so funktioniert unsere Arbeit nicht» (Link).