Aufführung einer Komposition von Erich Eisner zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz.
Für den in Brokdorf an der Elbmündung lebenden Autor Manfred Eisner gehen am heutigen Jahrestag der Befreiung von Auschwitz langjährige Bemühungen in Erfüllung: Am 18 Uhr wird das Jewish Chamber Orchestra Hamburg im Lübecker Dom die «Cantata Bolivia» aufgeführt, eine Komposition seines Vaters Erich Eisner aus dem Jahr 1941. Der Künstler hat das Nationale Symphonieorchester Boliviens gegründet und widmete seinem Zufluchtsland diese anrührende Verbindung aus europäischer Kompositionstradition und lateinamerikanischen Klängen.
Der heute 90-jährige Manfred Eisner war 1940 mit den Eltern aus Hitler-Deutschland nach Südamerika geflohen. Er hat die Flucht seiner Familie in seiner Biografie «Verhasst-Geliebtes Deutschland – Chronik einer deutschen jüdischen Familie» festgehalten und sich seit seiner Rückkehr mit der Mutter 1957 unermüdlich um eine Aufführung der im Exil entstandenen «Cantata Bolivia» in Deutschland bemüht. Erich Eisner ist 1956 verstorben (Link).
Das Jewish Chamber Orchestra Hamburg ist Nachfolger des ebenfalls verfolgten und vertriebenen Jüdischen Kammerorchesters Hamburg und wird die Cantata unter der Leitung von Emanuel Meshvinski mit dem Landesjugendchor Schleswig-Holstein aufführen. Manfred Eisner sprach vor der Aufführung neben dem Jewish Chamber Orchestra auch Persönlichkeiten wie Bernd Brandes-Druga, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein; dem Kieler Journalisten Michael Legband; Wolfgang Röttgers, Vorsitzender des Kulturforums Schleswig-Holstein; Margrit Wegner, Pastorin der Dom-Kirchengemeinde Lübeck; sowie «grosszügigen Sponsoren» Dank für ihre Unterstützung bei der Aufführung aus.