London 05. Okt 2026

Britische Grüne erklären Zionismus zu Rassismus

Demonstranten halten während der Kundgebung vor dem Parteitag der Grünen Plakate hoch. 

Die britische Green Party hat auf ihrem Parteitag am 4. Oktober einen Antrag angenommen, der Zionismus mit Rassismus gleichsetzt.  

Nach Angaben der Nachrichtenagentur «Jewish Telegraphic Agency» stimmten 1022 Mitglieder für den Antrag, 813 dagegen. Der Beschluss bezeichnet die Grünen als «antizionistische Partei» und fordert einen einzigen demokratischen palästinensischen Staat im gesamten historischen Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt.
Parteichef Zack Polanski, der selbst jüdisch ist, nahm an der Abstimmung nicht teil. Ein Zusatzantrag zum Schutz jüdischer Mitglieder wurde abgelehnt. Er sollte verhindern, dass die Zugehörigkeit zu Synagogen oder jüdischen Organisationen, die sich als zionistisch verstehen, zum Anlass für Druck oder Disziplinarmassnahmen wird.
Der Board of Deputies, der Jewish Leadership Council und der Community Security Trust hatten die Parteiführung bereits vor der Abstimmung aufgefordert, den Antrag abzulehnen. Sie warnten, dieser schüre Judenhass. Israels Aussenministerium verurteilte den Beschluss als Aufruf zur Beseitigung des jüdischen Staates und als Überschreitung legitimer politischer Debatten.
Die fünf Unterhausabgeordneten der Grünen kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung die Regierung Netanyahu, betonten aber zugleich, dass die Unterstützung palästinensischer Rechte und der Rechte jüdischer Menschen miteinander vereinbar sei.  

Redaktion