USA – Politik 07. Sep 2026

Bernie Sanders fordert KI-Moratorium

Bernie Sanders im Februar, 2024.

Vorstoss des parteilosen Senators bei einem populären Thema.

Morgen Dienstag kann Bernie Sanders seinen 85. Geburtstag begehen. Das linke Urgestein hat jedoch weiterhin den Finger am politischen Puls. Zum langen Labor Day-Wochenende am Ende der Sommerferien kündigt der parteilose Senator aus Vermont einen Gesetzesentwurf zur KI-Entwicklung an, der eine Pause bei der Entwicklung hochentwickelter Modelle und ein dauerhaftes Verbot von «Superintelligenz» oder AGI («Artificial General Intelligence») fordert.

Sanders ist damit der erste prominente US-Politiker, der zu der zunehmend brisanten Thematik konkrete und dramatische Massnahmen anbietet, während die führenden KI-Labore einander mit immer leistungsfähigeren Modellen überbieten und gleichzeitig selbst einräumen, dass diese ihrer Kontrolle zu entgleiten drohen – oder bereits menschliche Fesseln abgelegt haben.

So hat OpenAI nun sein neuestes Modell «Astra» vorgestellt. Laut Unternehmenspräsident Greg Brockman könnte dieses Modell leistungsstark genug sein, um als AGI zu gelten. Sanders wirft der Branche deshalb auf X unverantwortliches Handeln und eine Gefährdung der Gesellschaft vor: «Wir brauchen eine sofortige PAUSE bei der Entwicklung hoch entwickelter KI und ein dauerhaftes VERBOT von Superintelligenz – einem künstlichen Verstand, der intelligenter ist als jeder Mensch und in der Lage ist, unabhängig und ausserhalb unserer Kontrolle zu agieren.»

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Bundesregierung mit anderen Ländern zusammenarbeitet, um die weltweite Entwicklung von Superintelligenz zu verhindern: «Die Zukunft der Menschheit darf nicht in den Händen einer Handvoll Oligarchen der grossen Technologiekonzerne liegen.» Bevölkerungen weltweit müssten «mit über diese Zukunft entscheiden.»

In den USA wird der boomende und mit gigantischen Krediten finanzierte Bau von KI-Rechenzentren zu einem zentralen Thema der laufenden Wahl-Saison. Dazu kommen breite Befürchtungen über chaotische und womöglich katastrophale Folgen der immer schnelleren KI-Entwicklung auf den Arbeitsmarkt. Dabei finden Skeptiker quer durch die politischen Lager neue Gemeinsamkeiten. So gilt Steve Bannon als KI-Kritiker.

Dabei bleibt unklar, wie viel Unterstützung der Gesetzentwurf – der im Repräsentantenhaus von dem Demokraten Greg Casar aus Texas eingebracht werden soll – erhalten wird. Aber Sanders setzt sich damit auf jeden Fall an die Spitze einer wichtigen, politischen Entwicklung (Link).

Andreas Mink