Israels früherer Ministerpräsident Naftali Bennett hat mit einer Äusserung über eine mögliche Regierungsbeteiligung Binyamin Netanyahus Kritik in der Opposition ausgelöst.
Bei einer Veranstaltung der religiös-zionistischen Zeitung «HaDor» erklärte der Vorsitzende der Partei B’Yachad, er könne sich eine Zusammenarbeit mit dem Likud vorstellen, sofern Netanyahu die politischen Leitlinien einer neuen Regierung akzeptiere. Dazu gehöre eine staatliche Untersuchungskommission zum Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023.
Andere Oppositionsführer widersprachen umgehend. Gadi Eisenkot erklärte, wer am 7. Oktober Regierungsverantwortung getragen habe, sei für Führungsämter ungeeignet. Jair Golan, Vorsitzender der Partei Die Demokraten, schloss jeden Ministerposten für Netanyahu aus. Auch Avigdor Lieberman forderte ein unmissverständliches Nein zu einer gemeinsamen Regierung.
Bennett stellte anschliessend klar, seine Bemerkung sei nicht ernst gemeint gewesen. Netanyahu trage persönliche und direkte Verantwortung für das Massaker und müsse sein Amt verlassen. Eine gemeinsame Regierung schliesse er unter allen Umständen aus. Seine Äusserung habe die Absurdität eines solchen Szenarios verdeutlichen sollen: Netanyahu lehne sowohl eine allgemeine Wehrpflicht als auch eine staatliche Untersuchungskommission und eine Verfassung ab.