Spanien 03. Jun 2026

Ausschluss wegen Davidstern

Empörung über Abweisung zweier Frauen aus den USA bei einer LGBTQ-Sauna in Barcelona.  

Am Freitag wurde zwei miteinander verheiratete, jüdischen Amerikanerinnen in Barcelona der Zutritt zu einer LGBTQ-Sauna verwehrt, weil sie Halsketten mit einem Davidstern trugen. Die Betreiber der Sauna entschuldigten sich später für den Vorfall. Dennoch schlägt der Zwischenfall vor dem Hintergrund gerade in Spanien zunehmender Aversionen gegen Israel und Juden Wellen.

Eine der Frauen hat die Begebenheit aufgezeichnet und Online gestellt. Dort ist zu sehen, wie Mitarbeiter dem anscheinend in Barcelona lebenden Ehepaar auf Englisch erklärten: «Es geht hier nicht um das Jüdischsein, es geht um den Zionismus.» Eine der Frauen gibt zurück: «Das ist doch im Grunde ein und dasselbe.» Daraufhin wurden sie aus der Einrichtung verwiesen, wobei eine Angestellte sagte: «Wir dulden keinen Völkermord.» «Wir auch nicht», erwiderte eine der jüdischen Frauen.

Eine andere Frau sagte zu dem Paar: «Free Palestine – bitte gehen Sie.» Anscheinend wurde der Zwischenfall von Umstehenden beobachtet. Aber Niemand fühlte sich zum Eingreifen bemüssigt. Das Paar sprach dann die Sicherheitsperson der Einrichtung an und erklärte ihm, man habe sie hinausgeworfen, weil sie jüdisch seien. Doch die Davidsterne hätten erneut die Reaktion ausgelöst: «Ihr dürft hier nicht sein».

Anschliessend verlies das Paar die Szene unter Protest. Über das Wochenende griffen spanische und dann internationale Medien den Affront auf. Das Paar hat Anzeige bei der Polizei erstattet und erwägt rechtliche Schritte gegen die Sauna. Der Dachverband der Jüdischen Gemeinde von Barcelona (CIB) verurteilte den Vorfall und schrieb auf X, dieser «sollte unsere Gesellschaft beschämen». Kein Bürger der Stadt «sollte aufgrund seiner Religion, Herkunft oder Identität ausgegrenzt werden». Der Verband forderte das sofortige Einschreiten der zuständigen Stellen für Hasskriminalität und Diskriminierung (Link).

Andreas Mink