Schweden 13. Okt 2021

Auftakt-Veranstaltung zum Globalen Antisemitismus-Forum

Der Jüdische Weltkongress und die schwedische Regierung vereint im Kampf gegen Judenhass weltweit.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat am Vorabend des heute, Mittwoch, im schwedischen Malmö beginnenden «Malmö International Forum on Holocaust Remembrance and Combating Antisemitism» (Link) eine gemeinsame Veranstaltung mit Premier Stefan Löfven und jüdischen Gemeindeverbänden in der städtischen Synagoge abgehalten. An dem Forum nehmen Vertreter von rund 50 Staaten teil, um konkrete Schritte für die Identifizierung und Bekämpfung von Antisemitismus und anderen Formen von Hass, sowie bessere Methoden beim Unterricht über den Holocaust zu diskutieren.

WJC-Präsident Ronald Lauder rief in der Synagoge zu einer Bekämpfung «dieses Virus mit allen uns zu Verfügung stehenden Mitteln» auf. Er habe sich sein gesamtes Leben über in der jüdischen Welt engagiert und damit auch frühzeitig Antisemitismus erlebt: «Ich musste miterleben, wie Menschen ihr Leben verloren haben, nur weil sie jüdisch waren». Er selbst habe Judenhass am eigenen Leib verspürt. Lauder ging zudem auf den Palästina-Konflikt ein und betonte: «Ich bin mir bewusst, dass eine gerechte und vernünftige Vereinbarung mit dem palästinensischen Volk gefunden werden muss. Zwei Staaten für zwei Völker bleibt dabei der einzige Weg.»

Naiv sei er jedoch nicht. Hass begleite Juden seit 2000 Jahren und werde wohl kaum jemals ganz verschwinden. Dennoch sei gerade heute jede Anstrengung notwendig, um ein Ausgreifen von Antisemitismus zu verhindern. Der ehemalige US-Botschafter in Österreich würdigte dabei nicht zuletzt schwedische Schritte zum Schutz dortiger Gemeinden. Premier Löfven ging an seiner Rede auch auf die Weigerung der eigenen Nation ein, nach 1933 mehr als eine Handvoll jüdischer Flüchtlinge aufzunehmen. 

Im Anschluss an das Forum wird der WJC in Malmö ein Treffen seiner «Special Envoys & Coordinators Combating Antisemitism» (SECCA) abhalten, an dem zahlreiche Regierungsvertreter und Angehörige der EU-Kommission, der International Holocaust Remembrance Alliance und der OSZE teilnehmen sollen, um ebenfalls über Antisemitismus und Schritte dagegen zu beraten.

Andreas Mink