New York 25. Sep 2026

Kritik vor dem Amtssitz

Hunderte jüdische Schüler, Eltern und ehemalige Schüler haben sich am Freitag, 18. September, vor der Gracie Mansion, dem Amtssitz des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, zu Gebeten und Gesängen versammelt. Die von mehreren jüdischen Organisationen mitgetragene Veranstaltung sollte nach Angaben der Organisatoren ein Zeichen gegen Antisemitismus und für jüdisches Selbstbewusstsein setzen. Mehrere Redner übten dabei deutliche Kritik an Mamdanis Äusserungen zu Israel. Rabbi Avi Weiss warf dem Bürgermeister vor, mit seiner Rhetorik Juden zu gefährden. Auch Rabbi Chaim Steinmetz kritisierte Mamdanis wiederholte Angriffe auf Israel und verwies auf Gespräche zwischen dem Bürgermeister und jüdischen Vertretern, die aus seiner Sicht keine ausreichenden Ergebnisse gebracht hätten. Mamdanis Büro hatte ein Treffen mit Rabbinern im August dagegen als «offen, positiv und konstruktiv» bezeichnet. Bereits im Vorfeld war die Veranstaltung umstritten. Fast 400 Schüler, Eltern und Alumni hatten gefordert, sie an einen anderen Ort zu verlegen. Sie befürchteten, die Teilnahme von Schülern vor dem Amtssitz könne als politische Demonstration gegen Mamdani verstanden werden. Die Organisatoren wiesen dies zurück und bezeichneten das Treffen als Ausdruck jüdischer Widerstandskraft und Freude.

Emily Langloh