Der jüdische US-Schauspieler Adam Brody hat mit Äusserungen zum Gaza-Krieg eine Kontroverse ausgelöst. In einem Interview mit dem Magazin «GQ» bezeichnete der 46-Jährige Israels Vorgehen in Gaza als «Genozid» und sprach sich für ein «freies Palästina» aus. Brody äusserte sich damit erstmals öffentlich so deutlich zum Krieg. Brody ist derzeit durch die Netflix-Serie «Nobody Wants This» in den Schlagzeilen, in der er den Rabbiner Noah Roklov spielt. Auch in früheren Produktionen wie «O.C., California» und «Fleishman Is in Trouble» verkörperte er jüdische Figuren. Privat bezeichnet sich Brody als Atheisten und hat seine jüdische Bildung selbst als begrenzt beschrieben. Für seine Rolle in «Nobody Wants This» besuchte er einen Schabbat-Gottesdienst und beschäftigte sich mit Büchern, Podcasts und Dokumentationen über das Judentum. Scharfe Kritik an seinen Aussagen kam von Rabbiner Steve Leder, der die erste Staffel der Serie als Berater für die Darstellung des Judentums begleitet hatte. Leder nannte Brodys Aussagen «schockierend», «leichtfertig» und «widerwärtig». Brody sei nach eigener Aussage ein «relativ unwissender Jude», sagte Leder. Wer einen Begriff wie Genozid verwende, müsse wissen, was er bedeute. Der Vorwurf eines Genozids in Gaza ist umstritten. Eine UN-Untersuchungskommission sowie Menschenrechtsorganisationen verwenden den Begriff, der Internationale Gerichtshof hat darüber bislang kein abschliessendes Urteil gefällt. Israel weist den Vorwurf entschieden zurück. Die Serie selbst vermeidet das Thema bewusst: Schöpferin Erin Foster erklärte, Israel und Palästina würden absichtlich nicht erwähnt.
Adam Brody
09. Okt 2026
Kritik
Emily Langloh