Zeitgeschichte 08. Nov 2019

Betty Rosenfeld Eine jüdische Freiheitskämpferin

Betty Rosenfeld wuchs mit ihren zwei Schwestern in einem bürgerlichen Elternhaus in Stuttgart auf. Sie erfuhr im Sommer 1936 vom Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs und entschied, sich den Internationalen Brigaden anzuschliessen. Sie wurde ins Hinterland der Levanteküste geschickt. In Murcia arbeitete sie als Krankenschwester in einer Klinik. Im März 1938 heiratete sie Sally Wittelson, einen Freiwilligen der Internationalen Brigaden, den sie in Spanien kennengelernt hatte. Im Juni 1939 wurden sie und ihr Mann von der französischen Polizei in das angrenzende Internierungslager Gurs gebracht. Später wurde Sally Wittelson im Lager Vernet interniert, Betty Rosenfeld kam weiter nördlich in das kleine Frauenlager Rieucros, im Februar 1942 dann in ein Frauenlager nach Brens. Am 7. August 1942 wurde Betty völlig unerwartet in das Ausgangslager Gurs gebracht. Am nächsten Morgen wurden alle aus Deutschland stammenden jüdischen Lagerinsassen, darunter auch Betty Rosenfeld, auf Lastwagen verladen und zum Bahnhof nach Oloron-Sainte-Marie befördert. Dort wartete auf sie bereits ein Güterzug in Richtung Paris, wo sie dann in das Sammellager Drancy gebracht wurden. 1942 verliess der Konvoi 29 die Schienen von Drancy. Zusammen mit weiteren 998 jüdischen Frauen und Männern wurden Betty Rosenfeld und ihr Mann schliesslich nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie zwei Tage später ankamen. 

Redaktion