Über 100 Milliarden Dollar für Schoa-Überlebende
Die Claims Conference begeht den 75. Jahrestag ihrer Gründung. Am 25. und 26. Oktober 1951 kamen in New York Vertreter von 23 jüdischen Organisationen zusammen, um materielle Ansprüche gegenüber Deutschland geltend zu machen. Seither hat die Organisation nach eigenen Angaben mehr als 100 Milliarden US-Dollar an deutschen Entschädigungszahlungen für Holocaust-Überlebende erwirkt.
Für 2026 beziffert die Claims Conference ihr Programmbudget auf über 1,5 Milliarden Dollar – den höchsten Jahresbetrag ihrer Geschichte. Mehr als 500 Millionen Dollar gehen als direkte Entschädigungen an über 115’000 Überlebende und Erben in 82 Ländern und Territorien. Weitere 1,05 Milliarden Dollar erhalten mehr als 300 soziale Organisationen für die weltweite Betreuung von Überlebenden.
Die Gründung war von heftigen Auseinandersetzungen geprägt. Nach der Erklärung von Bundeskanzler Konrad Adenauer zur deutschen Bereitschaft zu materiellen Leistungen hatte Nahum Goldmann die jüdischen Organisationen ins New Yorker Waldorf Astoria eingeladen. Während einzelne Delegierte Verhandlungen mit Deutschland grundsätzlich ablehnten, sahen andere darin eine Verpflichtung gegenüber den Überlebenden. Schliesslich verständigten sich die Teilnehmenden auf gemeinsame Forderungen nach Rückerstattung, Entschädigung und Unterstützung der NS-Verfolgten.
Dabei sei stets klar gewesen, dass materielle Zahlungen die moralische Schuld nicht begleichen könnten, betont die Organisation in ihrer Jubiläumsmitteilung. Ihr erster Geschäftsführer Saul Kagan formulierte es so: «Eine wirkliche Entschädigung gibt es nicht.»