Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft hat vor den WM-Playoff-Spielen gegen Israel mit einer Schweigeminute ein Zeichen für Frieden und gegen Gewalt gesetzt. Beim Abschlusstraining am letzten Donnerstag in Niederhasli gedachten die Spielerinnen der «unschuldigen Opfer von aktuellen Konflikten und Kriegen in der Welt». In der Mitteilung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) wurden weder Israel noch der Gazastreifen ausdrücklich erwähnt. Der Aktion waren politische Diskussionen vorausgegangen. Zunächst hatte SFV-Direktor Johan Djourou erklärt, dass ein möglicher Boykott einzelner Spielerinnen akzeptiert würde. Wenige Tage später teilte der Verband mit, dass er am Spieltag keine politischen Aktionen wünsche. Keine Spielerin habe einen Boykott geplant. Das Captain-Team um Lia Wälti, Géraldine Reuteler, Ana-Maria Crnogorcevic und Noelle Maritz hatte zuvor über mögliche Zeichen der Solidarität beraten. Schliesslich entschied sich die Mannschaft für die Schweigeminute im Training. Eine Online-Petition hatte zuvor die Absage des Rückspiels gegen Israel in Sitten gefordert. Auch die ehemalige Nationalspielerin Noa Schärz sprach sich für ein sichtbares Zeichen zugunsten der Opfer im Gazastreifen aus. Sportlich setzte sich die Schweiz deutlich durch. Das Hinspiel am Freitag im ungarischen Mezőkövesd gewann sie mit 7:3. Im Rückspiel am Dienstag in Sitten folgte ein 2:0-Sieg durch Treffer von Iman Beney und Julia Stierli. Mit einem Gesamtergebnis von 9:3 qualifizierten sich die Schweizerinnen für die nächste Playoff-Runde der WM-Qualifikation, in der sie auf Österreich treffen.
Bern
16. Okt 2026
Schweigeminute statt Boykott
Emily Langloh