Berichte über eskalierende Kämpfe im Südwesten der arabischen Halbinsel. Huthi-Rebellen angeblich schwer unter Druck.
Grosse US-Medien wie die «New York Times» berichten am Dienstag über saudische Ankündigungen von Vergeltungsmassnahmen gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen. Diese haben bei Angriffen im Süden des Königreichs am Wochenende angeblich 73 Zivilisten verletzt und Energieanlagen getroffen. Daher zeichne sich ein Kollaps des 2022 getroffenen Waffenstillstandes und eine Rückkehr zu dem offenen Konflikt ab, der 2014 mit der Eroberung der Hauptstadt Sanaa durch die Huthis begonnen hatte.
Saudi-Arabien nahm damals eine von der Obama-Regierung mit Waffen und Logistik ermöglichte Luftkampagne auf, die eine humanitäre Katastrophe ausgelöst hat, die Huthis aber nicht auf die Knie zwingen konnte. Bekanntlich spitzt sich die Lage im Jemen nicht erst infolge der amerikanisch-israelischen Attacken auf Iran vom Februar erneut zu: die Huthis hatten «in Solidarität» mit den Palästinensern nach dem 7. Oktober den Schiffsverkehr im Roten Meer zum Erliegen gebracht und immer wieder Israel angegriffen. Die IDF und das US-Militär reagierten ihrerseits mit Luft- und Drohnenangriffen im Jemen.
Nun treiben die vor einigen Wochen neu entflammten Kämpfe im Jemen die Ölpreise in die Höhe. Dabei ist die Lage momentan kaum überschaubar. Denn die von den Saudis unterstützte, nominelle Regierung im Jemen hat in den vergangenen Monaten zunächst von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Kräfte und tribale Gruppen im Landesosten überraschend schnell attackiert und zerschlagen. Nun lancieren Regierungstruppen eine energische Offensive gegen die Huthis (Link).
Während die Times noch Experten über einen möglichen «Flächenbrand» im gesamten Jemen zitiert, malen Beobachter auf X bereits das Bild einer dramatischen Wende: demnach geraten die Huthis durch Angriffe aus sämtlichen Himmelsrichtungen bereits in eine bedrohliche Krise. Ob dies zu einem «Kollaps» wie dem des Assad-Regimes in Syrien Ende 2024 führt, bleibt abzuwarten. Doch selbst ernsthafte Rückschläge für die Huthis würden die gesamte Lage im Iran-Konflikt gegen die Islamische Republik drehen (Link).