Neuer Vorwurf des Teams der Islamischen Republik; Einreiseverbot für Schiedsrichter aus Somalia.
Gestern Dienstag hat der iranische Fussballverband FFIRI den USA vorgeworfen, das für die Gruppenspiele der Nationalmannschaft vorgesehene Ticketkontingent widerrufen. zu haben. Damit werde die ohnehin beschränkte Anwesenheit iranischer Fans weiter behindert. Die neuen Vorwürfe sind Teil eines diplomatischen Disputs vor dem Hintergrund des laufenden Krieges der USA und Israels gegen Iran. Washington hat das Team der Islamischen Republik bereits Ende Mai genötigt, ihr Quartier aus Arizona in das mexikanische Tijuana zu verlegen.
Jüngst haben die USA zudem Visa für Mitglieder des Betreuerstabs blockiert. Der iranische Verband pocht nun auf FIFA-Regeln, wonach ihm für jedes Spiel acht Prozent der Tickets zustehen; dieses Kontingent wird den teilnehmenden Verbänden zur Verteilung an ihre Fans über offizielle Kanäle überlassen.
Der FFIRI hatte nach Erhalt des Kontingents bereits mit dem Ticketverkauf für die Gruppenspiele gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten – die allesamt in den USA ausgetragen werden – begonnen. Fans hatten bereits entsprechende Reisevorbereitungen getroffen. Doch nun hätte Washington dafür gesorgt, dass diese Tickets den Iranern wieder entzogen werden. So zumindest die Vorwürfe. Laut Nachrichtenagenturen haben die FIFA und die US-Organisatoren dazu bislang keine öffentliche Stellung genommen.
Die iranische Elf läuft erstmals am 15. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland auf, am 21. Juni in derselben Stadt gegen Belgien und am 26. Juni in Seattle gegen Ägypten (Link).
Daneben wurde bekannt, dass der US-Grenzschutz CBP bereits am Montag dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan die Einreise verweigert hat, den die FIFA für die Leitung von Spielen bei der Weltmeisterschaft ausgewählt hatte. Die CDB gab keine konkreten Gründe für die Abweisung Artans an, der am Samstag von Istanbul kommend am Miami International Airport gelandet.
Somalia steht auf der US-Liste der Länder, für die Einreisebeschränkungen gelten, wenngleich Ausnahmen möglich sind. Artan erklärte, er sei trotz der Umstände positiv gestimmt und konzentriere sich auf die nächsten Herausforderungen seiner Schiedsrichterkarriere: Ich möchte der FIFA und dem afrikanischen Fussball-Verband für ihre Unterstützung danken… Ich danke der Fußballfamilie für die vielen Nachrichten, wünsche meinen Kollegen viel Erfolg bei der Weltmeisterschaft und freue mich darauf, bei künftigen Wettbewerben wieder gemeinsam mit ihnen im Einsatz zu sein.»
Die FIFA erklärte, nicht an den Einreiseverfahren des Gastlandes beteiligt zu sein. US-Behörden hätten dem Verband kurz vor Beginn des World Cups am Donnerstag mitgeteilt, an der Abweisung Artans sei nicht mehr zu rütteln (Link).