Von Zohran Mamdani bis JB Pritzker – Solidarität mit jüdischen Gemeinschaften und Persönlichkeiten.
Ein Ritual der amerikanischen Politik findet vier Wochen nach erneuten Angriffen der USA und Israels auf Iran, sowie einem seit dem 7. Oktober zunehmenden Antisemitismus heuer besondere Beachtung. Die politische Prominenz richtet einmal mehr Pessach-Seder aus – oder nimmt an solchen Platz. So hat der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani gestern Abend am «Downtown Seder» in der City Winery in Manhattan teilgenommen. Dabei waren auch der ex-CNN-Moderator Don Lemon, der israelische Musiker David Broza und der orthodoxe Komiker Modi Rosenfeld.
Der Event wurde 1991 von dem Nachtclub-Unternehmer und Gastronomen Michael Dorf ins Leben gerufen. Der Nettoerlös der Veranstaltung geht an die Stiftung Seeds of Peace, die junge Menschen aus Konfliktregionen dabei unterstützt, Führungsqualitäten zu entwickeln und in den Dialog zu treten.
Auch die Stadtrats-Vorsitzende Julie Menin wurde als Gast erwartet. Mamdani wird zudem ein privates Pessach-Essen mit städtischen Angestellten ausrichten. Er signalisiert damit einmal mehr Unterstützung und Offenheit gegenüber jüdischen New Yorkern. Neben Mamdani sollte der Rabbiner und Menschenrechtler Amichai Lau-Lavie per Video-Zuschaltung aus Israel zu Wort kommen (Informationen über die Reden lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor).
In der vergangenen Woche hatte Mamdani beim jährlichen Chasdei-Lev-Event in Brooklyn mitgewirkt und half beim Verteilen von Pessach-Lebensmitteln für orthodoxe Familien. Er traf sich auch mit dem orthodoxen Geschäftsmann Dov Bleich in dessen Büro, der ihm eine Haggada aus der Zeit des Bürgerkriegs in New York zeigte.
Julie Menin hatte am Donnerstag gemeinsam mit dem Jewish Community Relations Council einen interreligiösen Seder im äthiopisch-jüdischen Tsion Cafe Restaurant in Harlem ausgerichtet, das Anfang des Jahres aufgrund anhaltenden Belästigungen und Vandalismus seit dem 7. Oktober schliessen musste: «Die Geschichte von Pessach ist eine Geschichte der Hoffnung, der Beharrlichkeit, des Mutes und der Entschlossenheit der jüdischen Gemeinde», erklärte Menin in ihrer Rede. Es sei obendrein symbolisch, dass in diesem Jahr alle wichtigen religiösen Feiertage – Ramadan, Fastenzeit, Ostern und Pessach – zeitgleich stattfinden: «Genau das braucht unsere Stadt mehr – den Fokus auf Einheit und Inklusion.»
Auch der Gouverneur von Illinois JB Pritzker gab dieser Tage ein Seder-Dinner in seiner Residenz, während sein Kollege Josh Shapiro in Pennsylvania am Mittwoch in seinen Amtssitz lädt und dabei auch an den Brandanschlag auf ihn und seine Familie in der ersten Nacht des Pessachfestes vor einem Jahr erinnern will. Seither bekennt sich Shapiro noch stärker zu seiner jüdischen Identität und hat sich auf überparteilichen Foren gegen die zunehmende, von Hass geschürte Gewalt ausgesprochen (Link).